…ich im Trauer-Radio!

…ich im Trauer-Radio!

Na sowas… Darüber habe ich hier auch noch nicht berichtet?!

Angefangen hat es mit einem Interview, zu dem mich Eva Terhorst eingeladen hat. Im Rahmen ihrer Sendung „Sag doch mal, was hilft, wenn es weh tut“ hatten wir ein wunderbares Gespräch. Du findest das Interview in der Mediathek als Episode 08
Die anderen Interviews mit spannenden Persönlichkeiten sind auch absolut hörenswertvoll!

Und dann: noch mehr auf die Ohren…

Meinen Blog gibt es seit November 2018 auch zum Hören. Ich habe mich dann doch tatsächlich getraut (von wegen: ich trau‘ mich nicht – ha! Naja, zugegebenermaßen musste Eva mich ganz schön bearbeiten, bis es soweit war *lach*):

Im Trauer-Radio von Eva Terhorst läuft eine Hörbuch-Version meiner Blog-Beiträge:

Trauer-Radio-Logo_einStueckuntroestlich
meine Sendung im Trauer-Radio

Angefangen habe ich mit der Folge „Jahrestag“, das war im November mit „Memento mori“ einfach aktuell bei mir und passte daher wunderbar.

In der Weihnachtszeit folgte dann die Folge „Durchhalten“, wo ich die Beiträge „Durchhänger“ und „Weitergehen“ lese.

Hier *klick* ist ein Link zur Mediathek, wo meine Folgen auch einzeln abrufbar sind. Wenn du dem Programmverlauf folgst, gibt es zusätzlich eine schöne Musikauswahl.

Das Programm als Übersicht ist hier nachzulesen: https://trauer-radio.de/programm/

Als Jingle und Begleitmusik habe ich von meiner lieben Kollegin Christine Lugmair Musik auf dem sogenannten „Hackbrett“ eingespielt bekommen. Ich liebe es, von ihr das Lied „Dat du min Leevsten büst“ zu hören… Ach, für nicht-Nordlichter: das ist Plattdeutsch und bedeutet auf Hochdeutsch „Dass du mein Liebster bist“ (das Lied erzählt vom nächtlichen Besuch eben dieses Liebsten ;0)

Einfach mal machen…

Ich habe meine Angst vor der Technik über Bord geworfen und „einfach mal gemacht“. Seltsam ist es weiterhin, die eigene Stimme zu hören – huch?! Bin ich das?

Tja, und dann kommt irgendwann der Punkt, wo es einfach Laune macht. Ja, ich habe Spaß beim Einsprechen und auch mit dem Technik-Gefrickel!

Vielleicht kommen mir im Laufe der Zeit auch noch Ideen für andere Sendungen – wer weiß? Mittlerweile ist das Programm schon ganz schön umfangreich, finde ich. Hörst du schon Trauer-Radio? Vermisst du irgendetwas im Programm?

…Wir sind hier nicht bei „wünsch dir was“ – doch!

Die Liste meiner Beiträge ist mittlerweile ganz schön lang… Ich kann mich nicht recht entscheiden, was ich nun als Nächstes lesen soll… Ich freue mich total, wenn Wünsche geäußert werden – dann lese ich das, was du hören möchtest!

Daher frage ich in die Runde:

Welchen Beitrag würdest du gerne von mir hören?

 

…und dann?!?

…und dann?!?

Die lieben Totenhemd-Bloggerinnen haben zu einer Spontan-Blogaktion im Februar gerufen… Und ich fühlte mich von den Fragen inspiriert:

  • Wie stelle ich mir das Leben nach dem Tod vor?
  • Was kommt nach dem Tod?
  • Welcher Gedanke, welches Bild tröstet mich?

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit war meine Antwort auf das „danach“ ganz simpel:

tot ist tot!

Wenn ist sterbe, dann ist Schluss. Fertig. Punkt.

Diesen Gedanken finde ich auch weiterhin ganz attraktiv:

RUHE!

Die Vorstellung hat etwas Friedliches für mich. Ein Gefühl von „geschafft“.
Vielleicht auch so, als würde man über die Ziellinie rennen, alle jubeln und freuen sich… Applaus! Und dann drückt jemand die Stopptaste und der Film endet…

Schön, oder?

Najaaa…
Aber wie geht es weiter? Das fragt man sich doch sofort, wenn ein Film abrupt endet und man mit der Hauptakteurin so tief verbunden ist.
Die große Regisseurin zuckt dann nur bedauernd die Schultern: „Das Engagement dieser Schauspielerin wurde nicht verlängert.“

Hmpf… Was ist mit der Hoffnung darauf, die vielen Menschen wiederzusehen, die aus meinem Leben schon weggestorben sind?
Ich freue mich doch schon so darauf: Wir alle mit baumelnden Beinen auf einer Wolke da oben. Kichern darüber, worüber die da unten sich so aufregen… Was da unten so groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein… Reinhard Mey hatte also Recht…

Über den Wolken…

Aber Moment mal… Das ist mir echt zu kitschig… Tragen wir gar alle weiße lange Hemdchen und haben Engelsflügel?!? Ochnööööööö…

Also doch: Schluss, aus, Ende…?

Das passt nicht recht zu meinen etwas spirituellen Gedanken oder etwa Begegnungen
Etwas bleibt von uns – da bin ich ziemlich sicher. Nur glaube ich (zumindest aktuell) nicht, dass wir als Personen wiedergeboren werden oder in Parallelwelten wandeln…

Ich finde dieses Bild sehr tröstlich: unsere Seele, die bleibt. Nicht als Form oder Ding oder in irgendeiner anderen Weise vorstellbare Existenz. Sie ist bereits in uns (im Leben) nicht greifbar, sondern etwas Schwebendes – wie eine Wolke aus mini-mini-mini-mini-mini-…-Partikeln. Jedes dieser winzigen Anteile enthält unsere komplette Existenz. Erlebnisse, Gefühle, Eigenschaften, Erinnerungen, Schmerz, Lachen, Freude, Trauer,… Alles, was uns ausmacht. Stirbt unser Körper, so wird diese Wolke frei… Wer in unserer Nähe ist, kann etwas davon einatmen und bei sich tragen. Die Wolke bleibt wie sie ist oder teilt sich mit dem Wind… So ist es möglich, dass Begegnungen stattfinden können. So können wir auch nach dem Tod sehen, wie es weitergeht – ohne Handeln zu müssen…

So, haltet mich für verrückt, aber diese Idee finde ich schön. Vielleicht ist es so, vielleicht ist es anders… Wenn es ganz doof läuft, werde ich nach meinem Tod wiedergeboren als Kieselstein und liege irgendwo rum… Bestenfalls an einem schönen Meeresstrand… Hm, zumindest Geduld würde ich dann lernen ;0)

Mir hat das Beschäftigen mit den Fragen sehr viel Freude bereitet – und meine Idee wurde erst beim Schreiben konkreter. Wie siehst du das?

Wie auch immer: Angst vor dem „Danach“ habe ich nicht. Ich bin einfach gespannt… Vielleicht werde ich es erfahren, vielleicht ist auch einfach…

…Schluss.

Nähe zulassen…

Nähe zulassen…

Ich komme zurück von einem Samstagabend: Restaurantbesuch, Lachen, Reden, Quatsch machen,… Zuhause überrollen mich die Fragezeichen: wie kann es sein, dass ich dir nicht von meinem Abend erzählen kann, weil du tot bist?!
Letztendlich muss ich dir nichts erzählen, weil du sowieso immer in meinem Herzen dabei bist. Aber manchmal geht mir dieses „immer da aber nie hier“ mächtig auf die Nerven…

In diesen Momenten kommt sowas wie Wut in mir hoch, denn manchmal fühlt sich das an wie eine schwere Verantwortung: ich darf dich nicht vergessen…
…und dabei will ich das doch auch gar nicht. Aber echt: ab und zu wäre das Leben wirklich leichter als mit dieser Erinnerung!

Schwere Aufgabe

Vielleicht, ja vielleicht ist es gerade meine Aufgabe, mit dieser Schwere umso höher zu hüpfen?!

In mir tobt und braust nämlich momentan ganz viel herrlich übersprudelnde Lebensfreude… Ich verbringe viel Zeit mit Menschen, die mich bereichern und glücklich machen. Ich unternehme viel, bin viel unterwegs. Lerne neue Menschen kennen…

…ui, und diese Menschen wissen ja nicht, welche Geschichte ich mitbringe. In letzter Zeit habe ich daher auch wieder viel häufiger als sonst über Andreas‘ Tod erzählt. Und auch ab und zu vom leiblichen Vater meines Sohnes… Und wenn ich das so erzähle, fühlt sich das auf einmal tonnenschwer an: alter Schwede… Was ist dir denn da bitte alles passiert?! Und du stehst noch aufrecht?!

Ja, das tue ich. Und ich bin stolz darauf, merke ich.
Denn, dass ich mein Schicksal so verarbeitet habe, wie ich es getan habe, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit (auch, wenn es sich für mich total natürlich und selbstverständlich anfühlt)!

Es ist meine Entscheidung gewesen, meinen Weg so zu gehen. Manches Mal fühlte es sich an, als habe ich keine Wahl, als wäre da eine große, unbezwingbare Macht am Werk – aber dennoch habe ich nie die Option gewählt, aufzugeben. Das hat irre viel Kraft gekostet, ja. Aber quasi als Belohnung kommt diese Kraft zu mir zurück: doppelt und dreifach und berauschend.

Meine größte „Zauberkraft“ habe ich dabei auch entdeckt: Humor!

Meinen Humor habe ich geschenkt bekommen… Ich habe nie bewusst etwas dafür getan. Dennoch habe ich ihn nie als das gesehen, was er für mich ist: eine Ressource! Und was für eine!

Ich erinnere mich an die Ausbildung zur Trauerbegleiterin… Eine Übung war die „Ressourcendusche“. Mir sind einige meiner Ressourcen spontan eingefallen, dann stand ich aber auf dem Schlauch. Die Supervisorin hat mit Fragen unterstützt und auf einmal war es klar: „Humor“
Wenn ich den Clown zücke, kann ich Sorgen weglachen und Bedenken einfach wegwortwitzen. Das ist besser als jeder Zauberstab je hexen kann!

Dieser Humor hilft mir dann auch mit einer gewissen Leichtigkeit über Gesprächshürden zu hüpfen… Denn stell‘ dir bitte einmal vor, du lernst jemanden neu kennen und der ist neugierig, wie du lebst. Warum ist da kein Partner, kein Vater zum Kind? Lief es nicht gut?
„Was war los? …hast du ihn vergiftet?!“
…Schweigen meinerseits…
…Überlegen… Schreie ich?! Lache ich?! Stehe ich auf und gehe?!
…Wahrheit sagen: „Nein, aber er ist trotzdem tot.“

„…hast du ihn vergiftet?!?“

Ich gebe zu, man kann in so einer Situation panische Fluchtgefühle verspüren. Ich habe das ausgehalten und fasziniert beobachtet, wie meinem Gegenüber die Spucke wegblieb, nur fähig zu einer schnellen, verdatterten Entschuldigung…
…und schließlich haben wir beide gelacht über diese völlig abstruse Situation. Wie wohltuend, wenn anschließend dann auch die Türen geöffnet sind für weitere Fragen und es mir möglich ist, meine Geschichte zu erzählen……

Dennoch bleibe ich für viele diese „seltsame Frau, der zwei Männer weggestorben sind“. Das sind Menschen, die mit solch einer Informationen nicht umgehen können, bei denen ein „Schockmoment“ hängen bleibt. Ihre Überforderung lässt keine andere Facette meiner Persönlichkeit zum Tragen kommen… Wenn ich dann noch erzähle, dass ich mich sehr gerne intensiv mit Sterben, Tod und Trauer beschäftige… Ui, dann sieht man manchmal direkt ein „P wie Panik“ in den Augen des Gegenübers.

Nur: brauche ich Menschen in meinem Leben, die solche Informationen nicht aushalten können? Die mich nicht als „ganze Person“ betrachten können? NEIN!

Wie wunderbar, dass einzelne Menschen neugierig und eher entspannt mit meiner Geschichte umgehen. Und mit diesen Menschen beginnt dann ein für mich neues „Abenteuer“:

Wie nah darf mein Gegenüber kommen?

Damit meine ich nicht die körperliche Seite: mit Umarmungen bin ich durchaus großzügig ;0)

Was erzähle ich von mir? Wie sehr gehe ich ins Detail? Wie offen rede ich über meine Gefühle?
Wie offen bin ich für die Geschichte meines Gegenübers?
Wie sehr lasse ich mich „zähmen“?


»(…)Was bedeutet ›zähmen‹?«

»Das wird oft ganz vernachlässigt«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet ›sich vertraut miteinander machen‹.«

»Vertraut machen?«

»Natürlich«, sagte der Fuchs. »Du bist für mich nur ein kleiner Junge, ein kleiner Junge wie hunderttausend andere auch. Ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich ein Fuchs unter Hundertausenden von Füchsen. Aber wenn du mich zähmst, dann werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzigartig sein. Und ich werde für dich einzigartig sein in der ganzen Welt …«

(Gespräch zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry)


Mache ich mich mit jemandem vertraut, mache ich mich ein ganzes Stück verletzlich. Gleichzeitig lasse ich zu, dass mir jemand wichtig wird und das kann Angst machen. Jemanden, der mir wichtig ist, den möchte ich nicht „noch mal“ verlieren….. Das ist keine rationale Angst, das ist mir klar. Aber diese Angst kommt zu Besuch.

Diese Besucherin ist wenig willkommen, denn sie ist unbequem. Mit unbequemen „Gästen“ habe ich ja aber mittlerweile Erfahrung und es gilt, sie anzunehmen. Lasse ich aufkommende Panik beiseite und setze mich in Ruhe neben meine Angst, schaue sie an und frage sie dann, was sie von mir erwartet – dann komme ich ins Gespräch mit einer sich sorgenden Freundin. Wem schon einmal jemand Nahestehendes weggestorben ist, der möchte gerne die Kontrolle behalten: so etwas Unkontrollierbares wie der Tod darf nicht noch einmal passieren – wie soll ich das aushalten können?!?
Aber:

Ich kann nicht alles kontrollieren, wenn ich leben möchte.

Das Leben hat seine Unwägbarkeiten, Risiken und auch immer ein wenig Drama im Repertoire. Die Sonnenseite mit Glück, Freundschaft, Liebe und bereichernden Erlebnissen ist jedoch so wundervoll – das will ich doch auf gar keinen Fall verpassen?!?!

Lasse ich mich also auf dieses Abenteuer des „sich vertraut Machens“ ein: ich gewinne wundervolle Lieblingsmenschen… Durch das Erzählen meiner Geschichte lasse ich Stück für Stück ein wenig von der Last von mir abfallen… Wer stark genug ist, mich so auszuhalten, wie ich bin – der bietet mir im Gegenzug eine starke Schulter, an der ich mich anlehnen und ausruhen kann…

Meine Schritte sind manchmal forsch und schnell, manchmal zögerlich und durchaus vorsichtig – aber ich freue mich über jeden einzelnen…

Wie schön, wenn ich mich zwischendurch anlehnen kann, um Kraft zu schöpfen:

Danke ♥

…einfach DANKE!

…einfach DANKE!

Um diesen Beitrag schleiche ich nun schon ein paar Tage (nein, mittlerweile Wochen) herum: schreibe ich diese Zeilen?!

Nunja, ähm… Einfach mal anfangen und schauen, was passiert ;0)

Ich hatte den Eindruck, dass unendlich viele Beiträge zu Weihnachten und zum Jahreswechsel geschrieben wurden – irgendwie war alles gesagt und geschrieben und diskutiert. Allerdings nicht das, was mir am Herzen liegt, daher schreibe ich heute nun doch!

Am Silvestertag war ich im Ruheforst, habe mir den Wind um die Ohren pusten lassen und den Blick aufs grau-in-graue Meer genossen. Obwohl es ziemlich kühl war, habe ich eine ganze Weile auf „meinem“ Baumstumpf gesessen und mir erlaubt, in Ruhe auf das Jahr zurück zu schauen.

Ein wenig hatte ich mich bereits im Rahmen der Rauhnächte mit dieser Rückschau beschäftigt. Ich war völlig überrumpelt angesichts der Erinnerungen, die dabei aufkamen… Durch meinen Durchhänger im Dezember fühlte ich mich vorerst ganz bedrüppelt und trübselig…

Und dann?

Jeden Monat des Jahres 2018 betrachtet, gab es so unfassbar viele unfassbar tolle Ereignisse… Mein Leben stand Kopf, hat Purzelbäume gemacht, Fahrt aufgenommen, Brummkreisel gespielt,… Und alles, was zuerst schwer und mühselig war, ist letztlich gut geworden – aber sowas von ♥

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich Mühe, mich auf die positiven Dinge zu fokussieren, die schönen Dinge wertzuschätzen. Nun dreht sich auf einmal alles und es fällt mir eher schwer, mein Glück zu fassen… Herrlich lebendig!

Als ich mich eine Weile mit der Rückschau-im-Kopf beschäftigt hatte, war es Zeit, die Blickrichtung zu wechseln: was ist und was kommt?
Das alles hier zu teilen ist selbst mir nun zu privat… Aber in Summe kam ein warmes Bauchgefühl auf, das mich hat strahlen lassen:

Danke! …einfach: DANKE!

Wem gilt nun dieses Glücksgefühl der Dankbarkeit? Tja… Ich habe häufig in letzter Zeit so vor mich hin gegrinst und gedacht „das warst doch du?!“
Viele und Vieles gab es, was zu diesem Gefühl beigetragen hat. Und letztlich: Ist das nicht egal? Es ist. Und es fühlt sich gut an.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate! Ja, ich werde schimpfen und nörgeln über all‘ das, was nicht so glatt läuft, wie ich das gerne hätte. Genauso werde ich aber lachen und tanzen bei allem, was schön ist!

Wo bist du auf deinem Weg? Hast du ab und an das Gefühl der Dankbarkeit? Oder ist das außerhalb deines Wahrnehmungsbereiches? …das kann ich sehr gut nachfühlen. Ich hätte mir selbst so manches Mal einen Vogel gezeigt ;0)
Vielleicht kannst du ein Fünkchen Dankbarkeit verspüren dir selbst gegenüber? Du hast überlebt… Du bist nicht liegen geblieben… Wow!

Wirklich häufig hatte ich in den letzten Monaten das Gefühl von „Angekommensein“ – ich freue mich aber, dass das für mich nicht Stillstand bedeutet! Denn so gehe ich stetig weiter… Schritt für Schritt… Mit Tränchen im Augenwinkel von Lachen und auch vom Weinen… und dennoch: mit einem Lächeln im Gesicht…

Trauerblog ganz blumig inszeniert

Trauerblog wird Buch…

Trauerblog wird Buch…

Ein Buch! Mein Blog wird ein Buch!!!

Ich kann es gar nicht fassen, dass ich hier noch gar keinen Beitrag dazu geschrieben habe… Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich mich nun wirklich sehr viel und oft und öffentlich gefreut habe – ja, auch hüpfend! – somit ist diese Nachricht vermutlich keine Überraschung mehr ;0)

Heute ist das Thema „Buch“ wieder sehr präsent.

Mit meiner Freundin habe ich darüber gebrütet, wie wohl ein Cover für ein Buch, nein: mein Buch aussehen könnte.

Ich schreibe ja keine neuen Texte, sondern meine Blogbeiträge werden gedruckt. Da muss es doch eine schöne Verknüpfung geben… Intensives Brainstorming bei Kaffee und Vanillekipferl hat unfassbar viel Spaß bemacht – danke dafür ♥

Mir gefällt das von uns Ersonnene seeehr und ich bin gespannt, was Verlag und Team davon halten werden…

Ich bin ganz hibbelig darauf, meine Texte gedruckt in der Hand zu halten… Eigentlich habe ich dadurch, dass ich am Laptop schreibe, meine Beiträge ja ständig „in den Fingern“… Das dann aber so richtig auf Seiten gedruckt zum Anfassen – das wird noch ein ganz anderer Schnack…

Die Uhr tickt und im Frühjahr wird es soweit sein:

„…ein Stück untröstlich“ als Buch!

wenn Trauer-online Trauer-zum-Anfassen wird

Psssst… Ein „Geheim-Tipp“: Ende Dezember verlost Eva Terhorst einen Gutschein für mein Buch in ihrem „Adventskalender für Trauernde“. Schau doch mal auf ihrer Seite vorbei – ihr Adventskalender geht im Gegensatz zu den „normalen“ bis zum 31. Dezember und es gibt täglich schöne Geschenke zu ergattern: klick

Memento mori

Memento mori

November bedeutet: Totenhemd-Challenge-Zeit! Es ist wieder soweit: Petra Schuseil und Annegret Zander rufen mit ihrer jährlichen Blog-Challenge auf:

Memento mori – werdet kreativ!

Also eigentlich hatte ich was Kreatives vor – aber da der Zustelldienst meine Lieferung sonstwem geliefert hat (jedenfalls nicht mir), musste ich umdisponieren…

Ich möchte euch gerne an meinen Erinnerungen teilhaben lassen: heute vor 4 Jahren ist mein Liebster gestorben… Ein Brief in den Himmel ♥

…aaaber, ich schreibe nicht an Andreas – wie ich es erst vorhatte – ich schreibe an jemand anderen:


 

Lieber Tod,

ich schreibe dir – dabei hätte ich viel lieber meinen Andreas gerade heute, gerade JETZT neben mir… Vorhin hatte ich kurz das Gefühl, er sei da… Kann das sein? Oder hast du mir mit einem Hauch zeigen wollen, dass ich noch hier und am Leben bin?!

Ja, ich lebe… nur heute schmerzt dieses Leben unfassbar! Ich tauche durch Erinnerungen, die weh tun, denn ich vermisse ihn gerade sooo sehr. Warum hast du ihn mitgenommen?!

Er fehlt mir sooo…

Ich erinnere mich an diesen letzten Abend, bevor Andreas starb… Er war ganz unruhig, wollte unbedingt aufstehen, obwohl das zu dem Zeitpunkt nur noch mit meiner Hilfe und ganz viel Mut und Kraft zu machen war. Sein Körper war schon so weit eingeschränkt… Aber da ihm das so wichtig war (ich weiß gar nicht mehr, wie er mir das zu verstehen gab – sprechen war schließlich auch nicht mehr möglich?!), habe ich ihm diesen Wunsch erfüllt… Er wollte partout auf der Couch sitzen. Für Sohn und mich war „Voice of Germany“-Zeit – da wollte er gerne dabei sein und fernsehschauen. Ich weiß noch, wie anstrengend das für ihn war… Aber wir saßen tatsächlich ungefähr 5 Minuten alle drei einträchtig gemütlich auf der Couch… Aneinander gekuschelt fühlte sich das tatsächlich so herrlich vertraut und „normal“ an… Seufz…

Nach diesem innigen Moment war es, als hättest du bereits im Raum gestanden, um nach uns zu schauen… Vermutlich hast du dich doch erweichen lassen, als du uns so gemeinsam gesehen hast, oder? Ich hatte plötzlich das Gefühl, es gäbe einen kleinen Aufschub für uns. Und doch war da dieser kalte Schauer gefühlter Endlichkeit.

Danke! Danke für diesen schönen letzten gemeinsamen Moment… Danke für diese letzte Nacht, die noch so liebevoll und innig und ohne Ängste verlaufen durfte… Danke, dass du mir nicht übel genommen hast, dass ich dich nicht wahrhaben wollte… konnte…

Ach, was habe ich mit dir gerungen, wollte dich weder sehen noch akzeptieren… Du hast das ignoriert – hattest deine Vorgaben, Pläne oder irgendwelche Gründe… Du hast mir schließlich meinen Herzensmenschen einfach so gestohlen. Dabei hatten wir doch Pläne und Träume… Ich war so unerhört wütend auf dich!

Weißt du, ich hätte so sehr eine Erklärung gebraucht von dir: warum muss ein so junger Mensch sterben? Wo ist da der Sinn? Was hast du dir dabei gedacht???????

Ich habe bis heute keine Antwort auf diese Fragen… Mittlerweile habe ich das akzeptiert: es gibt einfach keine Antwort. Nicht jetzt. Aber glaube mir: ich hebe mir diese Frage auf! Eines Tages, da begegnen wir uns ja auch direkt und persönlich. Dann mach‘ dich darauf gefasst, dass ich dir einiges um die Ohren hauen werde!
…vielleicht aber werde ich auch dann bereits verstanden haben… Wer weiß.

Was ich nun zu verstehen glaube ist ein großes Geschenk, dass du mir ganz nebenbei dagelassen hast (war das Absicht?):

Ich soll end-lich leben!

Mit Haut und Haaren, mit Liebe aus vollem Herzen, Glück aus tiefster Seele, unaushaltbar scheinendem Schmerz, schallendem Lachen, tränengerührten Gesprächen, erquickender Musik,… Die ganz große Achterbahn mit drölfzig Loopings! Her mit dem Leben!

…und das tue ich! Neulich gerade habe ich mich darüber beschwert, dass diese Achterbahnfahrt so immens anstrengend ist – aber, weißt du was? Sie ist soooooo großartig, denn sie lässt mich das Leben mit voller Wucht und in so großer Bandbreite spüren, dass es diesen Kraftakt sowas von wert ist!

Tschakkaaaaa!

Pläne, die mache ich nur noch kurzfristig in absehbarer Zeit – und zwar so, dass ich es ganz unproblematisch finde, wenn sie nicht umgesetzt werden können. Träume… ja, die gibt es. Aber ich träume nicht lange vor mich hin: meistens braucht es nur einen Ruck, um sie Wirklichkeit werden zu lassen… Und wenn nicht, sind sie auch einfach nicht so wichtig.
Ich fühle mich noch weit davon entfernt, dass ich so lebe, als könnte ich jeden Moment sterben und das wäre okay. NEIN! ICH WILL NOCH NICHT! Ich möchte bitte noch hier bleiben!

Aber ich sehe dich jetzt, lieber Tod! Ich verstecke mich nicht, sondern ich nutze die Zeit, die ich habe.

…und wenn du dann eines Tages zu mir kommst, werde ich bereit sein. Ich glaube, wir werden uns wie Freunde umarmen und ich werde mich freuen, mit dir gehen zu dürfen. Das wird nämlich eine große Ehre sein und die Ängste, die wir Menschen uns hier zusammenreimen, sind einfach komplett irrsinnig…

Bis dahin sei aber so gut und gib mir Zeit, ja? Ich möchte mein end-liches Leben genießen!!!

Deine Anja

PS: …untersteh‘ dich und hole meinen Sohn vor mir ab! Dann bist du fällig!

PPS: …denk‘ dran, ich erwarte eine Antwort auf meine Fragen!


 

Ein herrlicher Erinnerungsnachmittag im Ruheforst… Es sind viele Tränen geflossen, denn ich kann es kaum fassen, dass es 4 Jahre her ist, dass du sterben musstest… Ich fühlte mich dir ganz nah… Und gleichzeitig warst du so weit weg…

Da war dieser Raubvogel, der eigentlich auf Beutezug war und dann auf einmal zu uns flog… Magisches Licht im Wald… Wind von Ost, der das Meer aufwühlt… Laubrascheln…

Wir haben dir einen „waldgerechten“ Altar aufgebaut. Rosenblätter, eine Muschel vom Strand, ein Brief, ein Herz aus Vogelfutter… eine Kerze, damit du uns leuchten sehen kannst… Das Windlicht haben wir wieder mit heim genommen, denn das darf ja im Wald nicht stehen bleiben…

…wish you were here!

Rezension: „Alleine weiterleben“ von Eva Terhorst

Rezension: „Alleine weiterleben“ von Eva Terhorst

Ich habe gerade einmal versucht, nachzuvollziehen, wie Eva und ich uns eigentlich begegnet sind. Mittlerweile kennen wir uns seit 3 Jahren. Ein erster Kontakt entstand über Evas Begleitbrief, den sie mit tollen Tipps, hilfreichen Infos und meist (immer?) auch mit Gewinnmöglichkeiten gefüllt verschickt.

Meine Trauerbegleiterin Gisela Sender hatte mich auf Eva aufmerksam gemacht. Sie empfahl mir auch Evas erstes Buch „Das erste Trauerjahr“, das ich am Ende meines persönlichen ersten Trauerjahres nach und nach durchgelesen habe.

Neben einigen anderen Faktoren haben auch Evas Begleitbrief und ihr Buch dazu beigetragen, dass ich mich weiterhin mit dem Tod und dem Sterben und der Trauer beschäftige. Wenn du also diese Zeilen hier liest: Eva hat ihren Beitrag dazu gesteuert, dass mein Weg sich so entwickelt hat. Danke, liebe Eva ♥

Im Lauf der Zeit sind wir in Kontakt geblieben und haben unsere Verbindung auch ins „wirkliche Leben“ transferiert – schöne Begegnungen „live“ sind gleich noch toller!


Alleine weiterleben
Quelle: Anja Pawlowski

Alleine weiterleben

Wenn der Partner stirbt: Den heilsamen Weg aus der Trauer finden

Ein Buch von Eva Terhorst zugeschnitten auf eine besondere Trauersituation: Weiterleben nach dem Tod des Partners.

Dieses Buch hätte ich gerne früher schon gehabt!

Selbst durch den Tod meines Mannes betroffen, finde ich hier viele hilfreiche Informationen und Anregungen. Wenn man „Das erste Trauerjahr“ bereits gelesen hat, findet man hier weiterführende Hilfestellung für Frauen, deren Partner verstorben ist. Mit „Alleine weiterleben“ bekomme ich einen Ratgeber an die Hand, der mir alle wichtigen und brennenden Fragen beantwortet.

Ich liebe die schön formulierten Affirmationen und lese gerne die Traumreisen. Wie immer bietet Eva Terhorst die Traumreisen zum Download an, damit man sie in Ruhe hören kann und die Augen einmal Pause haben.

Die Autorin hat selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn der Partner verstirbt. So kommen ihre Ausführungen und Erklärungen noch authentischer rüber, finde ich. Eva schreibt nie „mit erhobenem Zeigefinger“, sondern gibt Hintergrundinformationen, Empfehlungen, und teilt Hilfreiches. Ich fühle mich beim Lesen abgeholt und mitgenommen.

An ein, zwei Stellen hatte ich Fragezeichen im Kopf: ja, und wie soll ich das jetzt umsetzen? Zuerst ein wenig frustriert, wurde mir schnell klar, dass hier kein Buch die Antwort geben kann. Entweder finde ich selbst einen Weg oder ich hole mir Hilfe durch eine Trauerbegleiterin und lasse mich führen. Der Weg ist aber immer zu individuell, als dass man für jede Situation eine passende Führung ins Buch schreiben könnte.

Alle wichtigen Aspekte der Trauer werden beleuchtet. Persönliche Situation, körperliche Auswirkungen, Seele, Kinder, Umfeld,… Eva Terhorst spricht auch „unbequeme“ Punkte an, wie z. B. Persönlichkeitsveränderungen in der Krankheitsphase.
Durch die übersichtliche Aufbereitung kann man auch später immer mal wieder nachschlagen.

Kapitel 6 „Mögliche Reaktionen anderer und der Umgang damit“ sollte vielleicht nicht nur von Trauernden gelesen werden, sondern an alle Zugehörigen von Trauernden verteilt werden. Hier kann man auch als Außenstehender lernen und durch Wechsel des Blickwinkels Trauernden achtsamer und verständnisvoller begegnen.

Sehr schön finde ich, dass Eva immer einen Blick auf die positiven Entwicklungen richtet. Wie der Untertitel des Buches besagt: „Den heilsamen Weg der Trauer finden“ zeigt die Autorin glaubhaft und nachvollziehbar auf, dass das Leben nach dem puren Überleben auch wieder schön werden darf und wird.

Ich mag dieses Buch Trauernden ans Herz legen, die ihren Mann verloren haben. Ich finde es für diesen Anlass noch besser, weil treffender als „Das erste Trauerjahr“ – wer unsicher ist, liest einfach beide, da kann man nichts verkehrt machen ;0)

Fazit: rundum gelungen – und in die Kategorie „lesenswertvoll“ einsortiert!


GEWINNE | GEWINNE | GEWINNE

Ich habe 2 Exemplare des Buches ergattert und möchte diese nun mit großer Freude weitergeben.

Gewinn: 2 x 1 Exemplar „Alleine weiterleben“ von Eva Terhorst

Wer gewinnen möchte, schreibt mir bis Samstag, 17. November 2018 um 17.18 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Alleine weiterleben“ an untroestlich.blog(at)gmx.de (das @ ersetzt dann das (at), damit mich deine E-Mail erreicht).

Am 17. November ist Andreas‘ Todestag – ich finde, dieser Gedenktag ist perfekt für die Auslosung!

Teilnahmebedingungen könnt ihr hier nachlesen: Teilnahme

…und nun: viel Glück ♥♥♥