Bootcamp…

Bootcamp…

Ich drücke die „stopp“-Taste und ziehe mich ein wenig zurück… Wie sehr weiß ich noch nicht genau, aber die nächsten 1 1/2 Monate sind Zeit für mich 💙

Geschenkte Zeit… Ich brauche sie und werde sie für mich nutzen. Dabei höre ich verstärkt auf meinen Bauch und meine Seele – vielleicht tust du es mir gleich, auch wenn du in deinem Alltag bleibst?!

Die Akkus wollen aufgeladen werden… Ich freue mich auf gute Gespräche, viel Sport und Bewegung in der Natur… Herbstlaub… Gedankenfliegen- statt Drachensteigen lassen 🎈
Was tut dir gut, um aufzutanken?

Vielleicht poste ich ab und an was, vielleicht auch nicht – auch hier höre ich auf mein Herz, wonach mir ist…

Ich habe für diese Auszeit einen schönen Überbegriff geschenkt bekommen (daaanke 💙):
BOOTCAMP – so herrlich passend…

…ich bin dann mal weg!

Auf bald! Herzlich,
Anja

Auszeit…

Auszeit…

Ich entschwinde in den Urlaub… Raus von zu Hause und ab- und umschalten – ich brauche es dringendst…

Wie du vielleicht bemerkt hast, ist es momentan recht still und ohne neue Beiträge. Mir schwirren zur Zeit sooo viele Ideen und Gedanken durch den Kopf, aber nichts davon lässt sich recht greifen oder gar zu Text bringen… Darüber hinaus gibt es anstrengende Baustellen, die meine Aufmerksamkeit fordern…

So lasse ich mich auf diese Phase ein… Aushalten und annehmen, was gerade da ist.

Ich wünsche dir zu dieser Urlaubszeit die nötige Geduld und Ruhe – damit du die Zeit nutzen kannst, um Kraft zu tanken… Traurig oder fröhlich, lustig oder betrübt… Ich versuche immer, mir keinen Stress zu machen, was „richtig“ ist, sondern versuche, ein wenig abzuschalten… Die Trauer darf als Begleiterin mitreisen – präsent oder ruhig…

Gerade habe ich noch einmal meine Gedanken von vor zwei Jahren gelesen – hast du das schon gelesen? …ich packe meinen Koffer und…

Ich wünsche dir auch, dass du einen Urlaubsort für dich findest, wo es dir gut geht – wo auch immer das sein mag…

Für mich heißt es (wie auch sonst ;0):

Ab ans Meer…

© Anja Pawlowski
Trauer lässt sich am Meer gut aushalten… Atmen und entspannen…

Rezension-im-Doppel: „Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ von Sabine Dinkel

Rezension-im-Doppel: „Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ von Sabine Dinkel

Huch?! Was ist denn nun? Ein Buch, das nicht von Trauer handelt auf einem Trauerblog?

Ohja!

Hier mache ich von Herzen gerne eine Ausnahme – bzw. vielleicht ist es auch gar keine…? Wenn man wie Sabine Dinkel so eine Hammer-Diagnose bekommt, trauert man ganz sicher auch um sein bisheriges Leben: Abschied und Traurigkeit von allem was bisher recht selbstverständlich war. Read more

Weitergehen…

Weitergehen…

Tja, wie kommt man denn nun mit so einem Durchhänger klar? Mit viel Liebe und Geduld, denke ich.

Geduld vor allem mit mir selbst. Ich habe meine viel zu voll gepackten Tage freier geräumt. Das fällt mir nicht leicht, denn schließlich habe ich diese Verabredungen bewusst und mit Vorfreude getroffen. Ein paar Termine musste ich absagen. Ich fühlte mich dabei irgendwie „kaputt“, obwohl doch Herz und Verstand genau wissen, dass das nicht wahr ist…

Liebe ist da die Lösung: Annehmen, was da ist. Ich darf mich selbst so liebhaben, wie ich gerade bin. Ich merke doch, wie gut mir das tut ♥

Die Schritte waren anfangs etwas langsamer, vorsichtiger. Dennoch bin ich Schritt für Schritt weitergegangen. Die Schwere hatte ich dabei wie einen warmen Mantel umgelegt. Ruhige Momente habe ich genossen, auch wenn das kleine fröhliche Mädchen in mir ungeduldig an meinem Arm gezogen hat:

„Was ist denn?“

Es wollte so gerne mit mir Dies und Das und Jenes unternehmen. Spaß haben, lachen, hüpfen,…

„Ich kann jetzt nicht.“

Mir tat es leid, dass ich nicht „mitmachen“ konnte. Ich wollte sie nicht enttäuschen, das hat mich zusätzlich traurig gemacht – dabei war das gar nicht nötig.
Sie hat einfach gelacht und geantwortet: „Achso. Dann halt später!“ und hat sich neben mich gesetzt.

Nanu? So simpel soll es sein? Ja. Ja, das ist es.

Schritt für Schritt…

Mit jedem Schritt, den ich in den vergangenen Tagen gegangen bin, hat sich auch meine Stimmung gewandelt. Schritt für Schritt. Mal mehr, mal weniger. Mal vorwärts, mal zurück. Meist jedoch aufwärts und heller. Und mit jedem Schritt fühlt sich der holperige Boden wieder fester an. Vielleicht wird er tatsächlich stabiler – vielleicht werden aber auch nur meine eigenen Schritte sicherer auf dem weiterhin wackligen Untergrund…?

Die Unternehmungen, die ich mache, genieße ich sehr. Es tut mir natürlich ein wenig leid um jede Verabredung, die ich absagen musste… Das Schöne ist ja aber, dass ich mich auf Einzelnes viel besser konzentrieren und einlassen kann, wenn nicht das Nächste bereits auf mich wartet. Dennoch ist das nach-außen-Gehen für mich anstrengend und anschließend brauche ich Erholung.

Gemütlich im Sessel mit Laptop auf den Knien und Tee auf dem Tisch genieße ich das Erholen… Und erinnere mich an die letzte Unternehmung, lasse in Ruhe den Tag Revue passieren. Lache über das, was dort Lustiges passiert ist. Grüble über Gedankenanstöße, die mir dort begegnet sind. Es fühlt sich an wie ein Schatzsammeln. Was war da alles los? Mit wem habe ich worüber gesprochen? Da waren so viele Menschen, die ich nicht mehr in meinem Alltag habe. Es gab daher auch viele Gespräche, die ich gerne geführt hätte, aber die in der Zeit nicht möglich waren…

Es tut gut, dieses Nachspüren!
…das hätte ich verpasst, wenn ich heute tatsächlich den ursprünglich geplanten Termin wahrgenommen hätte!

Was ich auch verpasst hätte? Dieses warme Leuchten, das sich in mir ausbreitet bei diesem Innehalten. Herzenswärme…

Es tut also gut, stehen zu bleiben und abzuwarten, bis man bereit ist. Und dann kann man auch aus eigener Kraft…

…weitergehen!

Bei Trauer geht es manchmal nur Schritt für Schritt weiter
Quelle: Pixabay

 

Ein Ort zum Trauern…

Ein Ort zum Trauern…

Bisher war ich steif und fest der Ansicht, ich brauche keinen Ort zum Trauern. Gedenken kann ich schließlich wann und wo ich das möchte. Das kann ich auch gar nicht so recht kontrollieren, wann und wo mir danach ist…?

Ich brauche und möchte kein Grab auf dem Friedhof. Stein an Stein und eingezäunte Gräber. Schweigen und höfliches Hüsteln, wenn man mal jemanden trifft. Mein inneres Bild vom Friedhof ist sicher nicht richtig, aber diese Vorstellung schreckt mich ab. Andere finden sich in dieser Ordnung wieder, fühlen sich wohl – so hat eben jeder seins.

Momentan jedoch spüre ich Wandlung. Read more

Chapeau!

Chapeau!

Heute… Heute mache ich mal etwas ganz Seltsames: ich ziehe den Hut vor mir…

Chapeau, meine Liebe! Du bist einfach toll ♥

Huch? Wer mich kennt, weiß, dass das so gar nicht meine Art ist… Ich bin aufgewachsen mit dem Glaubenssatz „Eigenlob stinkt“ und dem quasi omnipräsenten „ach, naja, sooo toll war das jetzt auch nicht.“

Woher kommt also dieser „Ausbruch“?
Ich habe gestern mein E-Mail-Postfach aufgeräumt und wollte „nur mal ganz kurz“ noch nach einer E-Mail-Adresse schauen… Schwupps… Mit dem Hauch einer Sekunde saß ich in der Vergangenheit…

Dieser Ordner mit den E-Mails, die ich geschrieben und erhalten habe, als die Diagnose kam und in den 5 1/2 Wochen danach… als ich verzweifelt war… Ich habe sogar geschrieben, was für eine Scheiß-Angst (sorry, aber dafür gibt es einfach kein „korrektes“ Wort, das diese Wucht ausdrückt) ich habe angesichts der übermächtigen Verantwortung, die da auf mich zu rollte…

In mir tobt und tost es, während ich versuche, diese Zeilen zu formulieren… Es ist kein Schmerz im Jetzt, es ist der Schmerz, den ich damals fühlte… Ich erinnere mich…

Wenn ich könnte – ich würde zurückreisen zu dieser Zeit… Ich würde mich neben mich setzen und mich in den Arm nehmen. Mich selbst festhalten und mit mir aushalten, was da alles auf mich einstürzt…

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Quelle: Pixabay

Das war alles einfach übermenschlich groß und eigentlich nicht aushaltbar.
Ist es vielleicht sogar so passiert? Habe ich als Zukunfts-Anja neben der leidenden und zitternden Anja-2014 gesessen und ihr beigestanden? Wie sonst hätte ich das alles überleben können?!?

Denn… Ich bin da mitten durch. Ich habe mich von meiner Angst nicht einschüchtern lassen… Ich habe mir in der Situation bereits selbst geholfen, indem ich meine Sorgen aufgeschrieben habe…
Spannend finde ich, dass ich mich an das Meiste davon gar nicht mehr erinnern kann…
Ich habe in einer Klarheit kommuniziert, die ein wenig schockierend und doch gerade dadurch so passend war… Und durch diese Klarheit habe ich auch genau die Rückmeldung bekommen, die ich in dem Moment gebraucht habe. Wer schockiert war, hat halt nicht geantwortet – wer das aushalten konnte, hat mir zurückgeschrieben, was mir in der Situation gut tat.
Ich habe darum gebeten, dass man mir nur Ermutigendes schreibt. Mitleid und Schwere hätte ich partout nicht aushalten können – war doch mein ganzes Leben zu der Zeit schon leidig und schwer…

Die Nachrichten, die ich daraufhin erhielt, waren daher motivierend, mitfühlend und haben mich durch die Zeit getragen… Ich danke an dieser Stelle allen, die mir mit ihren Nachrichten in dieser Zeit zur Seite gestanden haben.

Ich habe keinen Schimmer, ob ich mich bereits bedankt habe. Wo sich die Gelegenheit bot, habe ich es sicher getan (bin ja schließlich wohlerzogen ;0)… Dennoch ist es mir wichtig, diesen Dank noch einmal explizit auszudrücken – er kommt aus tiefstem Herzen:

…einfach: DANKE!!!

Was mir auch am Herzen liegt: ich möchte mir selbst danken!!! Ich bin beeindruckt und gerührt, was ich da alles gestemmt habe. Das habe ich unfassbar toll geschafft!

Ich habe in dieser unermesslich niederschmetternden Zeit in meinem Leben gut für mich gesorgt. Das was sooo groß!

Steige ich so richtig tief ein in diese schmerzhafte Phase… Wie unglaublich und unfassbar ist es bitte, dass ich heute lachend und hüpfend durchs Leben gehe? Wie ist das möglich?

„There is within each of us a potential for goodness beyond our imaginings.“

(Elisabeth Kübler-Ross)

In mir liegt eine fast magische Kraft, die ich heute feiern möchte. Mit dir gemeinsam am liebsten – machst du mit? Auch du hast diese Kraft in dir – sie steht dir zur Verfügung, wenn du sie brauchst. Es braucht Vertrauen… Oder eben einfach pure Verzweiflung, die das Nachdenken ausschaltet und dieses Urvertrauen zulassen kann…

Hüpfen, tanzen, lachen,… Nie hätte ich gedacht, dass solche Leichtigkeit zurückkehren kann. Dass ich Glück verspüren kann in unterschiedlichsten Abstufungen und Intensitäten. Dass ich auch die dunklen Tage und Wochen durchschreiten kann, weil ich weiß, dass das Licht am Ende dieser Zeit auf mich wartet und mich wieder strahlen lässt…

Ich bin so dermaßen froh und dankbar, dass ich es tatsächlich geschafft habe, diesen Kraftakt zu stemmen – ich war ja aber auch zu keiner Zeit wirklich einsam: Neben so vielen wichtigen Herzens- und Wegbegleitern:

…ich war stets an meiner Seite… ♥