Geschenke…

Geschenke…

Du hast Geburtstag und ich bekomme die Geschenke!!!

Yay… Wie toll!!!
…oder?!

Ich habe nun bestimmt 10mal in den Kalender geschaut und nachgezählt… 5?!? 5 Jahre?!? Der 5. Geburtstag ohne dich??? Egal, wie oft ich zähle. Es bleibt dabei.
Und ich bin irgendwie fassungslos.

Fassungslos und traurig. Nicht zu Tode betrübt, aber traurig… Du fehlst…

Und wieder einmal war ich auf diese Traurigkeit nicht vorbereitet. Mit Fertigstellen des Buches habe ich noch so viele Tränen vergossen, dass ich wirklich dachte, nun sei auch erst einmal wieder gut.
Und überhaupt bin ich doch momentan so glücklich und lebendig – wie passt es da, dass ich dich vermisse?

Tja, ich habe aufgehört mit dem Versuchen, diese Gefühle zu verstehen. Sie sind halt da.

Zurück zu den Geschenken:

Ich fühle mich reich beschenkt, denn ich habe Menschen in meinem Leben, mit denen ist eine ganz fantastische Bandbreite an Gesprächen möglich.

Ohne deinen Tod hätte ich diese Menschen so nicht getroffen… Ich weiß ja nicht, wie es so ist, da, wo du jetzt bist – aber ich kann mir gut vorstellen, dass du mich um diese Begegnungen beneidest… beneiden würdest?! Hm, für solche Formulierungen gibt es im Deutschen wohl nicht die richtige Zeitform ;0)

Wenn ich so überlege, sind das Menschen, die den Tod direkt gespürt (im Sinne von erlebt oder gesehen) haben oder die ihn ganz direkt in ihrem Leben aushalten können. So viel Lebendigkeit ist möglich, wenn man den Tod als Zeichen der Endlichkeit akzeptiert.

Gerade auf der Messe „Leben und Tod“ habe ich viele solcher lebendigen Gespräche geführt: in der einen Minute fällt man sich vor Wiedersehensfreude um den Hals und lacht schallend über ein ulkiges Erlebnis – in der nächsten erzählt man auf einmal, wie man dem Tod begegnet ist.

Facebook-Verknüpfungen in die Realität holen, virtuelle Blog-Bekannte live und in Farbe treffen (liebe Grüße an die Waldträumerin!),… Ein Geschenk, was für herzliche Verbindungen aus diesen sehr oberflächlichen Medien entstehen!

Wertvoll, wenn man Menschen begegnet, mit denen man sehr kurzfristig und echt zwischen lustig und tief wechseln kann. Selten, deshalb besonders. Danke!

(Stefan Bitzer)

Das finde ich so schön und treffend formuliert, dass ich gefragt habe, ob ich es hier in meinen Blog kopieren darf (danke Stefan!).

Noch ein Geschenk 💙

Ja, und das sind teilweise wirklich krasse Schicksalsschläge, die man sich da berichtet. Manchmal auch Geschichten, bei denen mir der Gedanke kommt „ich könnte das nicht aushalten“ (obwohl ich ganz genau weiß, dass das so nicht stimmt – und: würde ich glauben, dass ich meine eigenen Erlebnisse (er)tragen könnte, wenn ich sie nicht bereits erlebt hätte?!?).
Ich kann gut verstehen, dass nicht jede oder jeder es aushalten kann, frei darüber zu sprechen, sondern sich lieber hinter einer Maske oder in sich selbst versteckt… Und auch nicht jeder oder jede kann nach solchen Erzählungen von ganz persönlichen Dramen lachen und Witze machen…
Umso mehr schätze ich es, wenn man mir mit der gleichen Offenheit und Ehrlichkeit begegnet, die ich für mich als selbstverständlich erachte…

Mir gibt das eine ganz besondere Freiheit und Leichtigkeit… Ohne Maske ist Fliegen möglich… Und dann schaffe ich es manchmal, einen übergeordneten Blick zu finden

Vom Mond aus betrachtet, spielt das Ganze gar keine so große Rolle.

Oder aber von über den Wolken… Danke, liebe Silke, für dieses Foto (wieder ein Geschenk), das ich hier so passend finde:

Freunde geben die nötige Leichtigkeit in Zeiten der Trauer
(c) Silke Kaiser

…und wenn ich schon da oben herumschwebe, fühlt es sich fast so an, als könne ich dir winken…

Danke, dass du in meinem Leben warst und dass durch dich mein Leben eine so besondere Wendung genommen hat…

Träne aus dem Augenwinkel wischen (schluchz, doch mehr als eine…) und dankbar lächeln…

Alles Liebe zum Geburtstag, Andreas ♥♥♥

Verliebt…

Verliebt…

…in mein Buch ;0)

„Wie ich Schritt für Schritt mit der Trauer im Leben weitergehe“

So lautet der Untertitel meines Blog-Buches… Nun liegt uns der erste komplette Entwurf des Buches vor. Das Cover ist ja fertig, wie ich berichtet habe. Nun haben wir die Schriftart, Farben und Designeffekte im Innenleben besprochen und ausgewählt.

Die Zusammenarbeit mit Verlag und Grafiker ist großartig. Es ist ein Freude!

Trauerblog macht Glücksgefühle ♥

Meine Texte nun in so liebevoll zusammengestellter Form vor mir zu sehen, hat mich sehr berührt und unfassbar dankbar gemacht ♥♥♥

Dir muss das Buch am Ende nur maximal halb so gut gefallen wie mir – dann bedeutet das, dass du hellauf begeistert bist *lach*

Wir prüfen nun Verbesserungsbedarf und suchen Rechtschreibfehler – und wenn wir nichts mehr finden, schicken wir das Ganze zum Druck…

Hier ein Mini-Puzzleteil vom Cover:

Snip

Ich freue mich drauf!

Heimlich, still und leise…

Heimlich, still und leise…

…passieren ganz viele Dinge im Hintergrund.

Damit das Buchprojekt nicht so geheimnisvoll bleibt, schreibe ich euch einmal einen kurzen Zwischenstand:

Ein Cover für das Buch ist gemeinsam mit dem Kilian Andersen Verlag erstellt – ich liebe es und hoffe, es gefällt auch euch!
Nun geht es an weitere Abstimmungen und (uffz…) nochmaliges Korrekturlesen… Es macht aber so große Freude, an einem Herzensprojekt zu arbeiten – da nehme ich das seeehr gerne in Kauf ♥

Ursprünglich war Februar/März als Veröffentlichung angepeilt. Nun hat es aus verschiedenen Gründen ein wenig länger gedauert.

April, April,… Nein, kein Aprilscherz! Aber auf Mitte April können wir uns vorsichtig freuen! Spätestens Ende April kann man meinem Blog dann auch „anfassen“… Ui…

Ich freue mich drauf! ♥

In der Trauer wirbelt man manchmal umher wie ein Blatt im Wind
© Martine Blankenburg
…ich im Trauer-Radio!

…ich im Trauer-Radio!

Na sowas… Darüber habe ich hier auch noch nicht berichtet?!

Angefangen hat es mit einem Interview, zu dem mich Eva Terhorst eingeladen hat. Im Rahmen ihrer Sendung „Sag doch mal, was hilft, wenn es weh tut“ hatten wir ein wunderbares Gespräch. Du findest das Interview in der Mediathek als Episode 08
Die anderen Interviews mit spannenden Persönlichkeiten sind auch absolut hörenswertvoll!

Und dann: noch mehr auf die Ohren…

Meinen Blog gibt es seit November 2018 auch zum Hören. Ich habe mich dann doch tatsächlich getraut (von wegen: ich trau‘ mich nicht – ha! Naja, zugegebenermaßen musste Eva mich ganz schön bearbeiten, bis es soweit war *lach*):

Im Trauer-Radio von Eva Terhorst läuft eine Hörbuch-Version meiner Blog-Beiträge:

Trauer-Radio-Logo_einStueckuntroestlich
meine Sendung im Trauer-Radio

Angefangen habe ich mit der Folge „Jahrestag“, das war im November mit „Memento mori“ einfach aktuell bei mir und passte daher wunderbar.

In der Weihnachtszeit folgte dann die Folge „Durchhalten“, wo ich die Beiträge „Durchhänger“ und „Weitergehen“ lese.

Hier *klick* ist ein Link zur Mediathek, wo meine Folgen auch einzeln abrufbar sind. Wenn du dem Programmverlauf folgst, gibt es zusätzlich eine schöne Musikauswahl.

Das Programm als Übersicht ist hier nachzulesen: https://trauer-radio.de/programm/

Als Jingle und Begleitmusik habe ich von meiner lieben Kollegin Christine Lugmair Musik auf dem sogenannten „Hackbrett“ eingespielt bekommen. Ich liebe es, von ihr das Lied „Dat du min Leevsten büst“ zu hören… Ach, für nicht-Nordlichter: das ist Plattdeutsch und bedeutet auf Hochdeutsch „Dass du mein Liebster bist“ (das Lied erzählt vom nächtlichen Besuch eben dieses Liebsten ;0)

Einfach mal machen…

Ich habe meine Angst vor der Technik über Bord geworfen und „einfach mal gemacht“. Seltsam ist es weiterhin, die eigene Stimme zu hören – huch?! Bin ich das?

Tja, und dann kommt irgendwann der Punkt, wo es einfach Laune macht. Ja, ich habe Spaß beim Einsprechen und auch mit dem Technik-Gefrickel!

Vielleicht kommen mir im Laufe der Zeit auch noch Ideen für andere Sendungen – wer weiß? Mittlerweile ist das Programm schon ganz schön umfangreich, finde ich. Hörst du schon Trauer-Radio? Vermisst du irgendetwas im Programm?

…Wir sind hier nicht bei „wünsch dir was“ – doch!

Die Liste meiner Beiträge ist mittlerweile ganz schön lang… Ich kann mich nicht recht entscheiden, was ich nun als Nächstes lesen soll… Ich freue mich total, wenn Wünsche geäußert werden – dann lese ich das, was du hören möchtest!

Daher frage ich in die Runde:

Welchen Beitrag würdest du gerne von mir hören?

 

…und dann?!?

…und dann?!?

Die lieben Totenhemd-Bloggerinnen haben zu einer Spontan-Blogaktion im Februar gerufen… Und ich fühlte mich von den Fragen inspiriert:

  • Wie stelle ich mir das Leben nach dem Tod vor?
  • Was kommt nach dem Tod?
  • Welcher Gedanke, welches Bild tröstet mich?

Bis vor gar nicht allzu langer Zeit war meine Antwort auf das „danach“ ganz simpel:

tot ist tot!

Wenn ist sterbe, dann ist Schluss. Fertig. Punkt.

Diesen Gedanken finde ich auch weiterhin ganz attraktiv:

RUHE!

Die Vorstellung hat etwas Friedliches für mich. Ein Gefühl von „geschafft“.
Vielleicht auch so, als würde man über die Ziellinie rennen, alle jubeln und freuen sich… Applaus! Und dann drückt jemand die Stopptaste und der Film endet…

Schön, oder?

Najaaa…
Aber wie geht es weiter? Das fragt man sich doch sofort, wenn ein Film abrupt endet und man mit der Hauptakteurin so tief verbunden ist.
Die große Regisseurin zuckt dann nur bedauernd die Schultern: „Das Engagement dieser Schauspielerin wurde nicht verlängert.“

Hmpf… Was ist mit der Hoffnung darauf, die vielen Menschen wiederzusehen, die aus meinem Leben schon weggestorben sind?
Ich freue mich doch schon so darauf: Wir alle mit baumelnden Beinen auf einer Wolke da oben. Kichern darüber, worüber die da unten sich so aufregen… Was da unten so groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein… Reinhard Mey hatte also Recht…

Über den Wolken…

Aber Moment mal… Das ist mir echt zu kitschig… Tragen wir gar alle weiße lange Hemdchen und haben Engelsflügel?!? Ochnööööööö…

Also doch: Schluss, aus, Ende…?

Das passt nicht recht zu meinen etwas spirituellen Gedanken oder etwa Begegnungen
Etwas bleibt von uns – da bin ich ziemlich sicher. Nur glaube ich (zumindest aktuell) nicht, dass wir als Personen wiedergeboren werden oder in Parallelwelten wandeln…

Ich finde dieses Bild sehr tröstlich: unsere Seele, die bleibt. Nicht als Form oder Ding oder in irgendeiner anderen Weise vorstellbare Existenz. Sie ist bereits in uns (im Leben) nicht greifbar, sondern etwas Schwebendes – wie eine Wolke aus mini-mini-mini-mini-mini-…-Partikeln. Jedes dieser winzigen Anteile enthält unsere komplette Existenz. Erlebnisse, Gefühle, Eigenschaften, Erinnerungen, Schmerz, Lachen, Freude, Trauer,… Alles, was uns ausmacht. Stirbt unser Körper, so wird diese Wolke frei… Wer in unserer Nähe ist, kann etwas davon einatmen und bei sich tragen. Die Wolke bleibt wie sie ist oder teilt sich mit dem Wind… So ist es möglich, dass Begegnungen stattfinden können. So können wir auch nach dem Tod sehen, wie es weitergeht – ohne Handeln zu müssen…

So, haltet mich für verrückt, aber diese Idee finde ich schön. Vielleicht ist es so, vielleicht ist es anders… Wenn es ganz doof läuft, werde ich nach meinem Tod wiedergeboren als Kieselstein und liege irgendwo rum… Bestenfalls an einem schönen Meeresstrand… Hm, zumindest Geduld würde ich dann lernen ;0)

Mir hat das Beschäftigen mit den Fragen sehr viel Freude bereitet – und meine Idee wurde erst beim Schreiben konkreter. Wie siehst du das?

Wie auch immer: Angst vor dem „Danach“ habe ich nicht. Ich bin einfach gespannt… Vielleicht werde ich es erfahren, vielleicht ist auch einfach…

…Schluss.

Nähe zulassen…

Nähe zulassen…

Ich komme zurück von einem Samstagabend: Restaurantbesuch, Lachen, Reden, Quatsch machen,… Zuhause überrollen mich die Fragezeichen: wie kann es sein, dass ich dir nicht von meinem Abend erzählen kann, weil du tot bist?!
Letztendlich muss ich dir nichts erzählen, weil du sowieso immer in meinem Herzen dabei bist. Aber manchmal geht mir dieses „immer da aber nie hier“ mächtig auf die Nerven…

In diesen Momenten kommt sowas wie Wut in mir hoch, denn manchmal fühlt sich das an wie eine schwere Verantwortung: ich darf dich nicht vergessen…
…und dabei will ich das doch auch gar nicht. Aber echt: ab und zu wäre das Leben wirklich leichter als mit dieser Erinnerung!

Schwere Aufgabe

Vielleicht, ja vielleicht ist es gerade meine Aufgabe, mit dieser Schwere umso höher zu hüpfen?!

In mir tobt und braust nämlich momentan ganz viel herrlich übersprudelnde Lebensfreude… Ich verbringe viel Zeit mit Menschen, die mich bereichern und glücklich machen. Ich unternehme viel, bin viel unterwegs. Lerne neue Menschen kennen…

…ui, und diese Menschen wissen ja nicht, welche Geschichte ich mitbringe. In letzter Zeit habe ich daher auch wieder viel häufiger als sonst über Andreas‘ Tod erzählt. Und auch ab und zu vom leiblichen Vater meines Sohnes… Und wenn ich das so erzähle, fühlt sich das auf einmal tonnenschwer an: alter Schwede… Was ist dir denn da bitte alles passiert?! Und du stehst noch aufrecht?!

Ja, das tue ich. Und ich bin stolz darauf, merke ich.
Denn, dass ich mein Schicksal so verarbeitet habe, wie ich es getan habe, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit (auch, wenn es sich für mich total natürlich und selbstverständlich anfühlt)!

Es ist meine Entscheidung gewesen, meinen Weg so zu gehen. Manches Mal fühlte es sich an, als habe ich keine Wahl, als wäre da eine große, unbezwingbare Macht am Werk – aber dennoch habe ich nie die Option gewählt, aufzugeben. Das hat irre viel Kraft gekostet, ja. Aber quasi als Belohnung kommt diese Kraft zu mir zurück: doppelt und dreifach und berauschend.

Meine größte „Zauberkraft“ habe ich dabei auch entdeckt: Humor!

Meinen Humor habe ich geschenkt bekommen… Ich habe nie bewusst etwas dafür getan. Dennoch habe ich ihn nie als das gesehen, was er für mich ist: eine Ressource! Und was für eine!

Ich erinnere mich an die Ausbildung zur Trauerbegleiterin… Eine Übung war die „Ressourcendusche“. Mir sind einige meiner Ressourcen spontan eingefallen, dann stand ich aber auf dem Schlauch. Die Supervisorin hat mit Fragen unterstützt und auf einmal war es klar: „Humor“
Wenn ich den Clown zücke, kann ich Sorgen weglachen und Bedenken einfach wegwortwitzen. Das ist besser als jeder Zauberstab je hexen kann!

Dieser Humor hilft mir dann auch mit einer gewissen Leichtigkeit über Gesprächshürden zu hüpfen… Denn stell‘ dir bitte einmal vor, du lernst jemanden neu kennen und der ist neugierig, wie du lebst. Warum ist da kein Partner, kein Vater zum Kind? Lief es nicht gut?
„Was war los? …hast du ihn vergiftet?!“
…Schweigen meinerseits…
…Überlegen… Schreie ich?! Lache ich?! Stehe ich auf und gehe?!
…Wahrheit sagen: „Nein, aber er ist trotzdem tot.“

„…hast du ihn vergiftet?!?“

Ich gebe zu, man kann in so einer Situation panische Fluchtgefühle verspüren. Ich habe das ausgehalten und fasziniert beobachtet, wie meinem Gegenüber die Spucke wegblieb, nur fähig zu einer schnellen, verdatterten Entschuldigung…
…und schließlich haben wir beide gelacht über diese völlig abstruse Situation. Wie wohltuend, wenn anschließend dann auch die Türen geöffnet sind für weitere Fragen und es mir möglich ist, meine Geschichte zu erzählen……

Dennoch bleibe ich für viele diese „seltsame Frau, der zwei Männer weggestorben sind“. Das sind Menschen, die mit solch einer Informationen nicht umgehen können, bei denen ein „Schockmoment“ hängen bleibt. Ihre Überforderung lässt keine andere Facette meiner Persönlichkeit zum Tragen kommen… Wenn ich dann noch erzähle, dass ich mich sehr gerne intensiv mit Sterben, Tod und Trauer beschäftige… Ui, dann sieht man manchmal direkt ein „P wie Panik“ in den Augen des Gegenübers.

Nur: brauche ich Menschen in meinem Leben, die solche Informationen nicht aushalten können? Die mich nicht als „ganze Person“ betrachten können? NEIN!

Wie wunderbar, dass einzelne Menschen neugierig und eher entspannt mit meiner Geschichte umgehen. Und mit diesen Menschen beginnt dann ein für mich neues „Abenteuer“:

Wie nah darf mein Gegenüber kommen?

Damit meine ich nicht die körperliche Seite: mit Umarmungen bin ich durchaus großzügig ;0)

Was erzähle ich von mir? Wie sehr gehe ich ins Detail? Wie offen rede ich über meine Gefühle?
Wie offen bin ich für die Geschichte meines Gegenübers?
Wie sehr lasse ich mich „zähmen“?


»(…)Was bedeutet ›zähmen‹?«

»Das wird oft ganz vernachlässigt«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet ›sich vertraut miteinander machen‹.«

»Vertraut machen?«

»Natürlich«, sagte der Fuchs. »Du bist für mich nur ein kleiner Junge, ein kleiner Junge wie hunderttausend andere auch. Ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich ein Fuchs unter Hundertausenden von Füchsen. Aber wenn du mich zähmst, dann werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzigartig sein. Und ich werde für dich einzigartig sein in der ganzen Welt …«

(Gespräch zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry)


Mache ich mich mit jemandem vertraut, mache ich mich ein ganzes Stück verletzlich. Gleichzeitig lasse ich zu, dass mir jemand wichtig wird und das kann Angst machen. Jemanden, der mir wichtig ist, den möchte ich nicht „noch mal“ verlieren….. Das ist keine rationale Angst, das ist mir klar. Aber diese Angst kommt zu Besuch.

Diese Besucherin ist wenig willkommen, denn sie ist unbequem. Mit unbequemen „Gästen“ habe ich ja aber mittlerweile Erfahrung und es gilt, sie anzunehmen. Lasse ich aufkommende Panik beiseite und setze mich in Ruhe neben meine Angst, schaue sie an und frage sie dann, was sie von mir erwartet – dann komme ich ins Gespräch mit einer sich sorgenden Freundin. Wem schon einmal jemand Nahestehendes weggestorben ist, der möchte gerne die Kontrolle behalten: so etwas Unkontrollierbares wie der Tod darf nicht noch einmal passieren – wie soll ich das aushalten können?!?
Aber:

Ich kann nicht alles kontrollieren, wenn ich leben möchte.

Das Leben hat seine Unwägbarkeiten, Risiken und auch immer ein wenig Drama im Repertoire. Die Sonnenseite mit Glück, Freundschaft, Liebe und bereichernden Erlebnissen ist jedoch so wundervoll – das will ich doch auf gar keinen Fall verpassen?!?!

Lasse ich mich also auf dieses Abenteuer des „sich vertraut Machens“ ein: ich gewinne wundervolle Lieblingsmenschen… Durch das Erzählen meiner Geschichte lasse ich Stück für Stück ein wenig von der Last von mir abfallen… Wer stark genug ist, mich so auszuhalten, wie ich bin – der bietet mir im Gegenzug eine starke Schulter, an der ich mich anlehnen und ausruhen kann…

Meine Schritte sind manchmal forsch und schnell, manchmal zögerlich und durchaus vorsichtig – aber ich freue mich über jeden einzelnen…

Wie schön, wenn ich mich zwischendurch anlehnen kann, um Kraft zu schöpfen:

Danke ♥

…einfach DANKE!

…einfach DANKE!

Um diesen Beitrag schleiche ich nun schon ein paar Tage (nein, mittlerweile Wochen) herum: schreibe ich diese Zeilen?!

Nunja, ähm… Einfach mal anfangen und schauen, was passiert ;0)

Ich hatte den Eindruck, dass unendlich viele Beiträge zu Weihnachten und zum Jahreswechsel geschrieben wurden – irgendwie war alles gesagt und geschrieben und diskutiert. Allerdings nicht das, was mir am Herzen liegt, daher schreibe ich heute nun doch!

Am Silvestertag war ich im Ruheforst, habe mir den Wind um die Ohren pusten lassen und den Blick aufs grau-in-graue Meer genossen. Obwohl es ziemlich kühl war, habe ich eine ganze Weile auf „meinem“ Baumstumpf gesessen und mir erlaubt, in Ruhe auf das Jahr zurück zu schauen.

Ein wenig hatte ich mich bereits im Rahmen der Rauhnächte mit dieser Rückschau beschäftigt. Ich war völlig überrumpelt angesichts der Erinnerungen, die dabei aufkamen… Durch meinen Durchhänger im Dezember fühlte ich mich vorerst ganz bedrüppelt und trübselig…

Und dann?

Jeden Monat des Jahres 2018 betrachtet, gab es so unfassbar viele unfassbar tolle Ereignisse… Mein Leben stand Kopf, hat Purzelbäume gemacht, Fahrt aufgenommen, Brummkreisel gespielt,… Und alles, was zuerst schwer und mühselig war, ist letztlich gut geworden – aber sowas von ♥

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich Mühe, mich auf die positiven Dinge zu fokussieren, die schönen Dinge wertzuschätzen. Nun dreht sich auf einmal alles und es fällt mir eher schwer, mein Glück zu fassen… Herrlich lebendig!

Als ich mich eine Weile mit der Rückschau-im-Kopf beschäftigt hatte, war es Zeit, die Blickrichtung zu wechseln: was ist und was kommt?
Das alles hier zu teilen ist selbst mir nun zu privat… Aber in Summe kam ein warmes Bauchgefühl auf, das mich hat strahlen lassen:

Danke! …einfach: DANKE!

Wem gilt nun dieses Glücksgefühl der Dankbarkeit? Tja… Ich habe häufig in letzter Zeit so vor mich hin gegrinst und gedacht „das warst doch du?!“
Viele und Vieles gab es, was zu diesem Gefühl beigetragen hat. Und letztlich: Ist das nicht egal? Es ist. Und es fühlt sich gut an.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate! Ja, ich werde schimpfen und nörgeln über all‘ das, was nicht so glatt läuft, wie ich das gerne hätte. Genauso werde ich aber lachen und tanzen bei allem, was schön ist!

Wo bist du auf deinem Weg? Hast du ab und an das Gefühl der Dankbarkeit? Oder ist das außerhalb deines Wahrnehmungsbereiches? …das kann ich sehr gut nachfühlen. Ich hätte mir selbst so manches Mal einen Vogel gezeigt ;0)
Vielleicht kannst du ein Fünkchen Dankbarkeit verspüren dir selbst gegenüber? Du hast überlebt… Du bist nicht liegen geblieben… Wow!

Wirklich häufig hatte ich in den letzten Monaten das Gefühl von „Angekommensein“ – ich freue mich aber, dass das für mich nicht Stillstand bedeutet! Denn so gehe ich stetig weiter… Schritt für Schritt… Mit Tränchen im Augenwinkel von Lachen und auch vom Weinen… und dennoch: mit einem Lächeln im Gesicht…

Trauerblog ganz blumig inszeniert