…einfach DANKE!

…einfach DANKE!

Um diesen Beitrag schleiche ich nun schon ein paar Tage (nein, mittlerweile Wochen) herum: schreibe ich diese Zeilen?!

Nunja, ähm… Einfach mal anfangen und schauen, was passiert ;0)

Ich hatte den Eindruck, dass unendlich viele Beiträge zu Weihnachten und zum Jahreswechsel geschrieben wurden – irgendwie war alles gesagt und geschrieben und diskutiert. Allerdings nicht das, was mir am Herzen liegt, daher schreibe ich heute nun doch!

Am Silvestertag war ich im Ruheforst, habe mir den Wind um die Ohren pusten lassen und den Blick aufs grau-in-graue Meer genossen. Obwohl es ziemlich kühl war, habe ich eine ganze Weile auf „meinem“ Baumstumpf gesessen und mir erlaubt, in Ruhe auf das Jahr zurück zu schauen.

Ein wenig hatte ich mich bereits im Rahmen der Rauhnächte mit dieser Rückschau beschäftigt. Ich war völlig überrumpelt angesichts der Erinnerungen, die dabei aufkamen… Durch meinen Durchhänger im Dezember fühlte ich mich vorerst ganz bedrüppelt und trübselig…

Und dann?

Jeden Monat des Jahres 2018 betrachtet, gab es so unfassbar viele unfassbar tolle Ereignisse… Mein Leben stand Kopf, hat Purzelbäume gemacht, Fahrt aufgenommen, Brummkreisel gespielt,… Und alles, was zuerst schwer und mühselig war, ist letztlich gut geworden – aber sowas von ♥

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich Mühe, mich auf die positiven Dinge zu fokussieren, die schönen Dinge wertzuschätzen. Nun dreht sich auf einmal alles und es fällt mir eher schwer, mein Glück zu fassen… Herrlich lebendig!

Als ich mich eine Weile mit der Rückschau-im-Kopf beschäftigt hatte, war es Zeit, die Blickrichtung zu wechseln: was ist und was kommt?
Das alles hier zu teilen ist selbst mir nun zu privat… Aber in Summe kam ein warmes Bauchgefühl auf, das mich hat strahlen lassen:

Danke! …einfach: DANKE!

Wem gilt nun dieses Glücksgefühl der Dankbarkeit? Tja… Ich habe häufig in letzter Zeit so vor mich hin gegrinst und gedacht „das warst doch du?!“
Viele und Vieles gab es, was zu diesem Gefühl beigetragen hat. Und letztlich: Ist das nicht egal? Es ist. Und es fühlt sich gut an.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate! Ja, ich werde schimpfen und nörgeln über all‘ das, was nicht so glatt läuft, wie ich das gerne hätte. Genauso werde ich aber lachen und tanzen bei allem, was schön ist!

Wo bist du auf deinem Weg? Hast du ab und an das Gefühl der Dankbarkeit? Oder ist das außerhalb deines Wahrnehmungsbereiches? …das kann ich sehr gut nachfühlen. Ich hätte mir selbst so manches Mal einen Vogel gezeigt ;0)
Vielleicht kannst du ein Fünkchen Dankbarkeit verspüren dir selbst gegenüber? Du hast überlebt… Du bist nicht liegen geblieben… Wow!

Wirklich häufig hatte ich in den letzten Monaten das Gefühl von „Angekommensein“ – ich freue mich aber, dass das für mich nicht Stillstand bedeutet! Denn so gehe ich stetig weiter… Schritt für Schritt… Mit Tränchen im Augenwinkel von Lachen und auch vom Weinen… und dennoch: mit einem Lächeln im Gesicht…

Trauerblog ganz blumig inszeniert

14 Gedanken zu “…einfach DANKE!

  1. Kürzlich erst selbst gesagt: Ich könnte mich täglich beim Leben bedanken, was jetzt alles so ist! Mit jeder kleinsten Zelle meines Seins dankbar.
    Anja – so schön zu lesen, dass du aus dieser schweren Aufgabe auch so tiefe Dankbarkeit fühlst. ❤️

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  2. Nun ja mein Jahr war furchtbar.Ein Jahr der endlosen Trauer. Ich stehe am Anfang… noch immer.Mein Mann ..mein Seelenpartner starb im April..es ging eine ganze Weile so ok..aber jetzt im Dezember habe ich unendlich viel geweint.Ich musste wirklich sehr angestrengt und mit viel Mühe nachdenken ob ich noch dankbar sein kann.Also ..ob ich das überhaupt noch kann.Aber es macht mir IMMER Mut andere Beispiele zu sehen.Ich gehe einfach weiter….herzliche Grüsse

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    1. Oh, das ist ja alles noch ganz frisch… Noch nicht mal ein Jahr ist dein Liebster tot… Es ist völlig okay, dass du weinst und dass es schwer ist ohne ihn…
      Gib dir und deiner Trauer die Zeit, die es braucht… Dankbarkeit kommt zu dir, wenn es an der Zeit dafür ist…
      Heute darfst du stolz auf dich sein, dass du nicht aufgegeben hast und nicht aufgibst, sondern weiter gehst, finde ich… Fühl dich gedrückt, wenn du magst!
      Herzlich,
      Anja

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  3. Liebe Anja,
    ich bin durch einen Podcast jetzt erst auf deine Seite gestoßen. Leider gibt es davon zu wenige. Wenn man selbst betroffen ist, hat man wirklich das Gefühl alleine mit seinem Schicksal zu sein und sucht das Internet vergeblich nach Austausch-Foren ab, die auf einen passen könnten.
    Umso schöner, deinen Blog gefunden zu haben! Danke dafür.
    Das Gefühl der Dankbarkeit für die kleinsten Dinge im Leben empfinden zu können, und diese Dankbarkeit auch noch bewusst schätzen zu wissen, hat mich die letzten Monate getragen und mir viel Kraft gegeben.
    Das Zitat von Francis Bacon trifft es doch ziemlich gut:
    „Nicht die Glücklichen sind dankbar,
    es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
    Ich wünsche uns allen, dass wir Dankbarkeit und schöne Erinnerungen in unseren Herzen tragen und dass wir unseren Weg mit und aus der Trauer gut meistern werden.
    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Liebe Tina,

      herzlich willkommen – schön, dass du hier bist!
      Ich danke dir sehr für das Zitat. Ich habe es just gestern zum ersten Mal gelesen – es passt so zauberhaft!

      Wie wunderbar, dass dich deine Dankbarkeit sogar trägt – das ist toll! Es ist sicher eine große Herausforderung, so etwas wie Dankbarkeit spüren zu können, wenn einem das Leben solch heftige Schläge verpasst… Sei stolz, dass du das spüren kannst!

      Herzlich,
      Anja

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  4. Liebe Anja,
    auch für mich war der Dezember besonders schwer… Hochzeitstag, Weihnachten, Silvester und überhaupt die dunkle Jahreszeit. Jetzt hat das neue Jahr begonnen und ich habe Neujahr so gedacht, ich wünsche mir so sehr, daß es mir in diesem Jahr besser geht. Weihnachten habe ich von einer Kollegin ein Bild geschenkt bekommen, auf dem steht ,, Heute ist ein guter Tag für ein Lächeln “ darüber habe ich mich sehr gefreut.Das habe ich mir in die Küche gehängt, damit ich es jeden Tag beim Frühstück sehe und dem neuen Tag mit gutem Mut entgegen treten kann. Aber vorgestern musste ich beim Frühstück wieder weinen, weil ich daran gedacht habe, daß es nun 1 1/2 Jahre her ist seit dem mein Frank nicht mehr bei mir ist. Ich kann es gar nicht fassen, dass wir schon so lange von einander getrennt sind. Ich schreibe Tagebuch und habe abends einen Text an ihn in mein Tagebuch geschrieben, habe geschrieben ,, Du hast mein Leben unheimlich bereichert, Danke, daß Du in meinem Leben warst.“ Ja , ich bin sehr dankbar aber manchmal überkommt mich der Schmerz mit voller Wucht.
    LG Marion

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    1. Liebe Marion,
      meine Antwort ist irgendwie verschwunden…?!? Seltsam… Dann tippe ich jetzt (mit Verspätung) noch einmal neu:
      Das ist ein schöner Spruch, den du dir da aufgehängt hast. Bei mir hängt „Heute ist mein Lieblingstag“ – eine Erinnerung daran, aus jedem Tag das Beste zu machen und im „Jetzt“ zu sein… Trotzdem ist nicht jeder Tag zum Lächeln gemacht… 1 1/2 Jahre sind zu gleicher Zeit ganz schrecklich lange und unfassbar kurz, oder?
      Dieser Vermissensschmerz ist ein Zeichen der Liebe, aus der wiederum Dankbarkeit entstehen kann – gleichzeitig oder zeitlich versetzt…
      Es wird in diesem Jahr anders, Marion. „Besser“ ist eine anstrengende Ansage, finde ich. Ich wünsche dir, dass du ab und an Leichtigkeit spüren kannst!
      Herzlich,
      Anja

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