Schwindlig…

Schwindlig…

Wenn wir jetzt bitte einmal anhalten könnten… Ich möchte nur ganz kurz aussteigen und einfach die Landschaft genießen… Hallo?! Hört mich jemand???

Mein Leben dreht gerade durch… Und ich? Ich komme irgendwie nicht mit…

So viel Schönes, Wunderbares und Aufregendes passiert gerade und ich könnte eigentlich pausenlos hüpfen vor Freude… Read more ›

Wenn zählen nicht hilft…

Wenn zählen nicht hilft…

Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnn!!! Grrr… Ich bin so wütend… Ich könnt’…

…ja, was denn?!?

Eigentlich wollte ich heute von meiner Wut schreiben – da gibt’s so Tage, da könnt‘ ich boxen… Brüllen… Mit dem Fuß aufstampfen… Heute ist so einer…

Tja, und dann habe ich ein passendes Foto zu diesem Beitrag gesucht… Und bei den Suchergebnissen hab ich erst die Stirn gerunzelt… Dann zuckte ein Mundwinkel… Und schließlich saß ich hier und habe schallend gelacht. Ich finde, dass Menschen unfassbar witzig aussehen, wenn sie wütend sind :)

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Quelle: Pixabay

Es gibt aber auch Zeiten, da ist so ein Wutgefühl nicht so schnell verschwunden. Ich weiß gar nicht so genau, ob die Wut erst so richtig präsent in Verbindung mit meiner Trauer wurde?! Spüre ich sie so stark, weil irgendwie alle Gefühle so potenziert auftreten?!? Oder macht Trauer einfach ab und an irre wütend?

Wie auch immer – ich habe so meine Probleme mit ihr… dieser Wut… Die passt nämlich nicht zu alten Glaubenssätzen, die ich gut verinnerlicht habe: so ein „sei hübsch brav“ oder „benimm dich!“… Da kann man nicht einfach so herumbrüllen, oder?!?

DOCH!

Ich kann das aber nur zu Hause am Meer oder im Wald – wenn keiner guckt… Manchmal würde ich mich gerne freier fühlen und meine Wut einfach raus lassen.
Jedenfalls merke ich, dass es mir so ohne Gebrüll nicht gut geht… Da brodelt es richtig in mir. Wut kocht… Und irgendwann fliegt der Deckel hoch. Und das meist in völlig unangemessenem Rahmen.

Ich kenne Trauernde, die lassen so richtig die Sau raus. Wenn nämlich die Wut so irre groß ist, dass man es nicht mehr aushalten kann – dann muss ein Ventil her. Denn sonst könnte sich die Wut gegen einen selbst richten… Ja, und wie alle unterdrückten Gefühle auch irgendwann krank machen.

Austoben…

Hilfreich ist es, wenn man dann eine Möglichkeit findet, wo man sich austoben kann ohne anderen zu schaden… Zum Beispiel:

  • Kissen boxen: einfach mal völlig hemmungslos das Kopf- oder Sofakissen vermöbeln. *zack* druff… Boxen, hineinbrüllen, an die Wand werfen… Da kann man herrlich Energie ablassen – und niemand kommt zu Schaden
  • Gartenschlauch: als Steigerung kann man auch ein Schlauchstück nehmen – die Tätigkeit bleibt die selbe: Draufhauen!
  • Crash-Room: die gibt’s in immer mehr Großstädten… Hier kann man sich einen möblierten Raum mieten und den nach Herzenslust mit Baseball-Schläger oder einem Hammer zerlegen.
  • Rasenmähen in erhöhtem Tempo: einfach super! Das Adrenalin wird abgebaut und hinterher ist auch noch der Garten schön ;0)
  • Joggen gehen, Kick-Boxen, Inlinerfahren,… Körperliche Aktivität baut Adrenalin ab – geh‘ raus und tob‘ dich dort aus!

Eine Übung hat meine Trauerbegleiterin mit mir gemacht. Kennst du noch von früher aus der Kindheit die nein-doch-Diskussionen? So ähnlich funktioniert das auch:

Man steht sich zu zweit gegenüber, hält sich an beiden Händen, schaut sich in die Augen… Einer von beiden beginnt mit einem lauten, wütenden „NEIN!!!“, der andere brüllt zurück „DOCH!!!“ oder „JA!!!“ so energisch und laut wie es geht… Das dann fröhlich abwechseln, immer hin und her…
Ogottogott, war das peinlich… Und meine Nachbarn haben sehr sicher gedacht, ich bin total bekloppt… Aber irgendwie war es auch befreiend – und letztlich sogar lustig *lach*

Tja, und was ich gerade merke: darüber schreiben hilft mir… Je länger ich hier tippe, umso friedfertiger werde ich.

Also: finde deinen Ausdrucksweg, um deine Wut rauszulassen. Sie darf da sein, sie darf explodieren… Und dann darf sie auch wieder gehen… still und friedlich…

…oder mit einem enormen Türenknallen!

Weg… einfach weg…

Weg… einfach weg…

Völlig gedankenverloren stehe ich abends im Bad, träume so vor mich hin, leicht müde vom Tag,…

Rechte Hand… Ring abstreifen… Ring hinlegen…

Linke Hand… Ring abstreifen… äh… Ring ab… ääääähhh…? Wie jetzt?!? Zack, hellwach und alarmiert ein ungläubiger Blick auf meine linke Hand: leer!

Er. ist. weg.

Ich bin einfach nur verdattert, irgendwie überfordert und ja, einigermaßen fassunglos. Mein Ring ist einfach nicht mehr da, wo ich ihn glaubte zu wissen.

Ich habe nichts bemerkt, ich habe bis zu dieser Sekunde nichts vermisst… Wie kann das sein??? Dieser Ring ist mir sooo wichtig und nun *schwupps* ist er nicht mehr da…?
Hab ich ihn schon abgelegt und es nicht gemerkt? …nein.

Ich hätte immer gedacht, ich verzweifle, sollte ich diesen Ring jemals verlieren – ich wäre tieftraurig und betrübt… Aber: bin ich nicht! In mir ist diese seltsame Ruhe… „Gut, dann soll es so sein.“ Vielleicht liegt er irgendwo… Vielleicht auch nicht…

Der Ordnung halber: ich habe die ganze Bude auf den Kopf gestellt, meinen Sohn verrückt gemacht, alle Taschen durchwühlt, wäre beinahe durch den Schnee gestapft, um alle Wege des Tages noch einmal abzulaufen… So viel zu dieser seltsamen Ruhe ;0)

…aber dennoch bleibt dieses Gefühl, dass es genau richtig so ist. Vielleicht war dieser Ring ein symbolischer Begleiter für die letzten 2 1/4 Jahre… Und nun ist es Zeit, neu zu denken…
Ich konnte mich so wunderbar an ihm „festhalten“. Es war ein silberner Drehring mit zwei darauf drehenden Ringen… Wenn ich Halt brauchte, konnte ich mich mit diesen beiden Drehringen beschäftigen – das war wie eine Erdung für mich. Ganz wunderbar…

Und nun?

Bin ich nun halt-los?

Nein, ganz und gar nicht. Ich fühle mich mittlerweile tief in mir gefestigt. Obwohl „fest“ irgendwie falsch ist. Habe ich doch für mich gelernt, dass man sich manchmal einfach umpusten lassen muss – mit der Bewegung, mit der Welle, mit dem Sturm (was auch immer) mitgehen, statt sich dagegen aufzulehnen. Das spart wertvolle Energie und hilft dadurch einfach, durchzuhalten…

Für eine Weile war mir dieser Ring aber ein wertvoller Begleiter… Es war kein Ehering oder sonst ein Ring, den ich von Andreas geschenkt bekommen hätte. Ich habe ihn mir selbst geschenkt – vielleicht macht es ihn daher noch wertvoller…?

Von Andreas hatte ich einen Ring geschenkt bekommen, den ich sehr liebte und der mich stets begleitet hat. Ungefähr ein dreiviertel Jahr nach seinem Tod konnte-wollte ich diesen Ring nicht mehr tragen. Von einem Moment zum anderen fühlte sich das total falsch an. Ich habe ihn versuchsweise abgelegt und in ein kleines Schatzkästchen getan – das war besser.
Nun fehlte aber ein Ring am Finger – der Platz durfte nicht leer bleiben… So habe ich ein wenig recherchiert und solche Drehringe entdeckt. Das gefiel mir ganz extrem gut. Im Kontakt mit der Goldschmiedin habe ich mir mein ganz persönliches Modell kreiert… Der schön geschwungene Silberring trug einen schmalen Silberring mit dem Aufdruck

„Alles ist gut – anders, aber“

Andreas hat so oft zu mir gesagt „alles ist gut“, das ist sehr hängen geblieben… Im Kreis geprägt war das mein Mantra: „Alles ist gut – anders, aber alles ist gut – anders, aber alles ist gut – anders, aber alles ist gut………“

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© Sonja Thiemann Schmuckdesign

Als zweiten Ring habe ich mir einen schmalen rotgoldenen Ring gewünscht – auf diesem waren die Koordinaten von Andreas‘ Ruhestätte im Ruheforst gedruckt.

An dieser Stelle einen lieben Gruß an Sonja Thiemann, die den Ring für mich gefertigt hat – *klick* ihr Shop… ♥
…vielleicht werde ich Kontakt aufnehmen und mir einen neuen Ring bestellen – wer weiß *lach*

Anjas-Ring
© Sonja Thiemann Schmuckdesign

Tja, nun ist er weg…

Es fühlt sich gut an, dass ich nicht von elender Verzweiflung überspült werde und unsagbar traurig bin.

Ich gebe zu: die Perfektionistin in mir hat ganz schön herumgezickt:
„Warum hast du denn nicht besser aufgepasst???“
„Du Schussel…“
„Weißt du eigentlich, was der gekostet hat???“
„Wieder nicht gut genug drauf geachtet…“
Kopfschüttel…
„Musste das jetzt sein?“

Tja, statt ihr beizupflichten habe ich sie nett angelächelt, ihr über den Kopf gestreichelt und zu ihr gesagt:

Alles ist gut ♥

Ich feiere…

Ich feiere…

…200+ Likes auf Facebook.

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Ja, ich gestehe: das blaue Datensammelmonster ist mir noch nicht recht geheuer… Dennoch hilft es mir, meine Gedanken ein wenig leichter in die Welt zu tragen. Nachdem ich mich ganz ursprünglich eher davor gesträubt hatte, so öffentlich zu texten, spüre ich nun immer stärker, wie gut und richtig das ist ♥

Promis feiern ganz andere Reichweiten – ich aber finde diese Zahl großartig und freue mich wie Bolle über jede und jeden von euch!

Um dich ein wenig an meiner Freude teilhaben zu lassen, gibt es einen kleinen, feinen Gewinn:

Verlosung

Ich verlose ein Exemplar „Vier minus drei“ von Barbara Pachl-Eberhardt, was sie mir netterweise zu diesem Verlosungs-Zweck genehmigt hat.

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Dieses Buch könnte bald dir gehören… (Foto: Anja Pawlowski)

Barbaras Geschichte war eines der ersten Bücher zum Thema Trauer, das ich gelesen habe… So beeindruckend es einen von den Füßen fegt, dieses Schicksal zu lesen – so wunderbar zaubert es einem auch ein Lächeln ins Gesicht durch die Stärke und die Lebensfreude der Autorin.

Dies ist nicht mein Exemplar (das ist deutlich abgegriffener ;) ), sondern natürlich ein nagelneues.

Möchtest du es haben?
Schreib mir als Kommentar hier unter dem Beitrag oder auf Facebook oder per E-Mail, welcher meiner Blogbeiträge dir bisher am besten gefallen hat – oder du schreibst mir, weshalb du das Buch unbedingt haben möchtest… Ich bin gespannt!

Beteiligen kannst du dich von Veröffentlichung dieses Artikels bis einschließlich Samstag, 24. Februar 2018 um 24:00 Uhr, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Den Gewinner oder die Gewinnerin ziehe ich am Sonntag, 25. Februar 2018 und melde mich dann, um die Versandadresse zu erfragen.

Viel Glück ♥

Hingehört…

Hingehört…

Da das „blaue Datensammelmonster“ ja nicht allen geheuer ist und ich trotzdem gerne ein paar Tipps teilen möchte, die ich hilfreich oder tröstlich oder einfach wohltuend finde: eine neue Kategorie „Tröstliches“

Manchmal kann man gar nicht mehr aus den Augen schauen, weil man so viel geweint hat… Oder die Konzentration tendiert irgendwo bei null herum und es geht einfach nicht mehr viel… Kein Sprechen, kein Lesen,… Grübeln ist auch irgendwie doof… Aber wenn nun jemand da wäre, der ein wenig Musik spielt oder ab und an etwas erzählt – das wäre doch ganz schön, oder?

Trauer-Radio

Ich finde es total klasse, dass es einen eigenen Sender zum Thema Trauer gibt… Eva Terhorst hat hier die Initiative ergriffen und im Herbst 2017 das Radioprogramm gestartet.

Trauer-Radio
http://laut.fm/trauer-radio1

 

Seitdem wächst das Programmangebot und wird bunter und bunter…

Hören kann man Trauer-Radio entweder mit Klick auf das Logo als Live-Stream oder mit der Laut.fm-App auf Android- oder Apfel-Geräten.

In meinem letzten Blogbeitrag „Ich trau mich nicht“ habe ich unter Anderem auf Bodo Wartke verwiesen… Ich finde seine Musik und Performance großartig und liebe seine Texte. Kennt man seine Live-Auftritte, bekommt man sehr schnell eine Idee, was für ein Perfektionist Bodo sein muss. Seine Auftritte „sitzen“ von Anfang bis Ende und was auf der Bühne wirkt wie mal eben spontan dahergetextet, muss in Wahrheit en detail auswendig gelernt sein. Wie herrlich finde ich dagegen seine Interviews, wo dieses Auswendiglernen einer wunderbaren Spontaneität weicht…
Ein solches Interview läuft auch auf Trauer-Radio.

  • Bestatter David Roth hat in der Serie „Talk about Tod“ ein Interview mit Bodo geführt. Diese Serie ist gleichzeitig mein Lieblingsprogrammpunkt, muss ich zugeben. Mittlerweile laufen schon 6 kurzweilige Gespräche zu Tod, Sterben und Bestattung…

Und was kann man da noch so hören…?

  • Eva Terhorst ist natürlich mit dabei. Von ihr hörst du bei „Sag mal, was hilft, wenn es weh tut“ Interviews mit spannenden Persönlichkeiten, die hilfreiche Tipps mitbringen

 

  • Zusätzlich liest Eva Terhorst ihre „Traumreisen„, die du vielleicht schon aus einem ihrer Bücher kennst

 

 

  • Barbara Biegel wagt es, im Radio Kreatives vorzustellen – hm, Kreatives hören und nicht machen? Geht das? Hör doch mal rein in „die Wundertüte„.

 

 

Um diese festen Programmpunkte herum wird Musik gespielt – mir gefällt’s ♥

Nun bin ich sehr neugierig: Kennst du das Radioprogramm schon? Bist du Dauerhörer oder findest du es unpassend und lenkst dich lieber mit Musik und Blabla ab? Ich für meinen Teil habe eine gute Mischung für mich gefunden – bin also ein klarer „ab-und-zu“-Hörer ;0)

Im Programm ist ja noch ganz viel Raum für Neues: Was möchtest DU hören? Was fehlt dir? Was würde dir gut tun?

Ich hätte große Lust, auch mitzumischen… Ich im Radio… Wow, das wäre toll!

Soll ich?

Hmmmmm….

…ich trau mich (noch) nicht ;0)

 

Zeitmaschine…

Zeitmaschine…

Ach, noch viel schöner, als einmal den geliebten Menschen  besuchen zu können („Ich würd‘ dich gern besuchen“) wäre doch, einfach durch die Zeit zurück zu reisen zu den Zeitpunkten mit den schönsten Erinnerungen ♥

Kinder sind großartige Wesen und in ihrer Phantasie noch so wunderbar frei…

„Wir bauen eine Zeitmaschine und fliegen einfach durch die Zeit zurück!“

So denkt sich ein Kind die Welt passend… Durch die Zeit zurückfliegen zu der Zeit, wo Papa oder Mama noch da war… Wo die Welt noch heil war… Wo alles irgendwie gut war…

Tja, als Erwachsener ist man schnell auf der „Vernunft-Schiene“ und versucht das Kind ganz behutsam wieder auf den Teppich zu holen. Ist es doch recht unwahrscheinlich, dass Zeitreisen in absehbarer Zeit möglich sein werden – das Kind soll einfach nicht enttäuscht werden in seinen Erwartungen…
Als Elternteil möchte man sein Kind schützen. Schließlich war der Schmerz schon unfassbar groß, diesen geliebten Menschen zu verlieren – da soll nicht noch mehr Schmerz durch nicht erfüllbare Hoffnungen generiert werden…

Was wäre wenn…

Aber… was wäre wenn genau diesem Kind später einmal der entscheidende Durchbruch gelingt und es eine Zeitmaschine baut…? Und wenn nicht dieses Kind, dann vielleicht eines, das später lebt…?

Zeit wird spätestens dann relativ und *schwupps* wäre es auf einmal möglich, diese Wunschzeitreise zu starten…

Wäre das nicht wunderbar?
Alleine davon zu träumen ist doch schon großartig…

Eines Tages holt dich diese Zeitreisekapsel ab, drin sitzt eine junge Frau aus der Zukunft (deine Ur-ur-ur-ur-ur-ur-…-Enkelin zum Beispiel) und sagt: „Hey, ich wollte dich abholen und mit dir gemeinsam meine Vorfahren besuchen!“
Wer bitte stellt sich dann hin und sagt: „äh, nein. Das geht doch gar nicht!“

Also, in der Zeit, wo du noch darüber nachdenkst, bin ich schon längst eingestiegen ;0)

Ich habe spontan irre viele Ideen, was ich gerne tun würde, wenn das möglich wäre… Ich würde zuallererst… und dann… und… undundund… Ein wunderbares, buntes Kopfkino!

Es gibt sie längst!

Sie ist da, diese Zeitmaschine! Und das Tollste daran: sie ist nicht zugangsbeschränkt und dazu noch vollkommen gratis!!!

Glaubst du nicht?

Jeder von uns trägt sie in sich: es sind unsere Erinnerungen!
Es hat mich unglaublich berührt, zu hören, wie ein Papa erzählt, dass er seinem Sohn so etwas wie dies hier gesagt hat:

„Du kannst jederzeit auf die Reise gehen…“

Du kannst dich jederzeit aus dem Alltagsgeschehen ausklinken und an einen Ort oder Zeitpunkt deiner Wahl träumen…
Wenn du dich so richtig fallen lassen kannst, werden diese Erinnerungen bunt und lebendig.

Wenn ich die Augen schließe und „verreise“, kann ich sogar Gerüche und Geräusche erinnern, das Meer zum Beispiel riechen, das Tosen der Wellen hören… Ich spüre die Kälte des Wassers an den Beinen, fühle die Sonne auf meiner Haut…
Ein Blick aus diesen Augen, von denen ich dachte, ich wüsste gar nicht mehr, wie genau die aussahen… DOCH! Es ist alles da…

Wie oft hatte ich manchmal fast panische Angst, ich könnte die Erinnerungen verlieren, könnte vergessen, wie es war… Wie er war…
Bei solchen Erinnerungsreisen merke ich aber: es ist unfassbar, wie viele Details ich erinnere. Das Herz ist ein irrer Speicher…

Klar, es kann auch unglaublich schmerzen, wenn man „nur noch“ die Erinnerungen hat, eigentlich aber ja viel lieber neue Erinnerungen schaffen würde… Zeit mit dem geliebten Menschen verbringen… Das Leben aufsaugen, lieben,…
Aber dieser Schmerz erinnert mich daran, wie viel Glück ich in meinem Leben spüren durfte. Er macht und hält mich lebendig…
Und bleibe ich aber bei dem, was gerade möglich ist, kann ich den Schatz der Erinnerungen genießen und die Glücksgefühle greifen, die ich in mir wiederfinde…

Und: vielleicht, ganz vielleicht wird eines Tages ja doch das Unmögliche möglich…?

Ich bin dann mal weg…

 

Inspiriert zu dieser Zeitreise haben mich meine lieben Zugehörigen-Café-Teilnehmenden – habt Dank für die wunderbaren Gespräche! ♥

Neue Energie…

Neue Energie…

…wie soll es denn nun weitergehen? Wie kann es weitergehen?

Die Jahreszahl hat *klack* heute Nacht gewechselt. 365 Tage liegen unberührt vor uns (naja, einer ist schon fast rum)… Überall wird man überschüttet mit guten Wünschen fürs neue Jahr… Fröhlichkeit, Ausgelassenheit – auch der ein oder andere Kater und bleierne Müdigkeit… Ich freue mich, dass ich das mittlerweile gut aushalten und das ein oder andere Mal sogar mitgehen kann. Mein Empfinden hat sich tatsächlich gewandelt… Ich blicke ja inzwischen auf 4 Silvester zurück – ohne ihn. Anders. Ich kann diesem Tohuwabohu noch immer nicht wirklich etwas abgewinnen. Vielleicht bleibt das auch einfach so…?

Ich habe einen schönen Jahreswechsel verbracht – hoch über der Stadt auf einem Kirchturm. Weit ab von allem Getümmel aus der Vogelperspektive aufs Feuerwerk schauen hatte etwas ganz Besonderes. Irgendwie abgehoben und doch „mitten drin“. Das war toll.
Und doch… Leicht ist es mir nicht gefallen…

Aber das muss es auch nicht. Ich kann mein „anders Empfinden“ gut aushalten. Das tut gut.
In vorhergegangenen Jahren habe ich mich oft „falsch“ gefühlt, obwohl ich doch für mich richtig gehandelt habe. Zurückgezogen zu Hause für mich gefeiert… Früh ins Bett… Mit meinem Sohn am Strand… Ich habe immer einen für mich guten Weg gefunden, den Jahreswechsel zu überstehen (von Feiern keine Rede). Trotzdem war für mich immer ein Fragezeichen präsent: bin ich richtig so? Ist das okay? Muss ich nicht langsam mal wieder mitfeiern?
Nö! Das stelle ich nun nicht mehr in Frage. Ich bin gut so, wenn ich auf meinen Bauch höre und tue, was mir passend erscheint.

Nichtsdestotrotz waren der Rest von 2017 mit dem Tod meiner Schwiegermutter und der energieraubenden Trauerfeier anstrengend… Mir war daher nicht nach Jahresrückblick zumute. Viel lieber möchte ich nach vorne schauen und mir etwas zurecht legen, das mir durch die Tage hilft.

Auf Facebook bin ich über ein Ritual „gestolpert“, das mich sehr angesprochen hat. Eine liebe Freundin hatte mir in ganz ähnlicher Form nach Andreas‘ Tod schon einmal davon berichtet – zu der Zeit war es aber irgendwie nicht „dran“ für mich. Nun, da es mir wieder begegnet, scheint es sich geändert zu haben ;0)
Gerne möchte ich es mit dir teilen – vielleicht magst du es auch? Vielleicht passt es genau jetzt zu dir?

Notiere schöne Erlebnisse – oder schöne Erinnerungen, die aufkommen – auf einem Zettel… Halte dieses besondere Ereignis oder Gefühl fest (wirklich aufschreiben!) und lege den Zettel in ein Glas oder ein anderes Gefäß, das du schön findest.
Auch wenn man manchmal den Eindruck hat, es gebe nichts Schönes, kein Glücksgefühl mehr… Es gibt sie doch, diese besonderen Momente, wo ein Lächeln übers Gesicht huscht – oder du sogar von Herzen lachen musst. In dunklen Phasen verschwinden diese Glücksmomente im Dunkel und sind schnell vergessen… Mit dem kleinen Hilfsmittel, sie aufzuschreiben, gehen sie nicht verloren, sondern werden „greifbar“. Mit der Zeit werden sich Zettel ansammeln – vertraue auf die Zeit – und so sammelst du einen kleinen ganz persönlichen Schatz.

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Quelle: Pixabay

Aus diesem Schatz kannst du dir dann immer, wenn du es brauchst, ein Teil herauspicken (oder alle lesen). Liest du die Notizen, kannst du in das Gefühl eintauchen, das du hattest, als du den Zettel geschrieben hast…

Ich werde das tatsächlich einmal ausprobieren.

Um den Effekt, die „Magie des Positiven“ zu verstärken, werde ich mein Achtsamkeitstagebuch wiederbeleben. Das hatte ich schon einmal eine ganze Zeit lang gemacht, aber aus einem nicht definierbaren Grund wieder fallen lassen.

Ich nehme mir jeden Abend ein wenig Zeit, auf den Tag zurück zu blicken – nur ein paar Minuten (oder auch mal länger, wenn mir danach ist). Ich schreibe mir dann 3 Kleinigkeiten auf, die mich an dem Tag gefreut oder gar glücklich gemacht haben. Es dürfen natürlich auch mehr Dinge sein – aber 3 finde ich eine absolut machbare Anzahl. Selbst am vergurktesten Tag, wo ich abends das Gefühl habe, dass wirklich alles mies war… Ich finde am Abend trotzdem 3 Dinge, die schön waren. Es geht dabei nicht um große Emotionen oder bahnbrechende Ereignisse, sondern um Kleinigkeiten: Vogelgezwitscher, das Lächeln der Frau an der Ampel, eine Blume, ein Kaffee,… Es gibt so viele schöne Klitzekleinigkeiten, die den Tag leichter machen.
Dann habe ich noch eine Ergänzung meiner Schatzkiste… Ein Schatz im Glas und einer im Buch…

Es tut unglaublich gut, wenn man dann mal in diese Schatzkiste greifen kann und nachspürt, wie viele gute Momente es gab… Wie schön das Leben doch ist – trotz allem…

 

Kennst du auch schon die Achtsamkeitsübung mit den 3 Kaffeebohnen oder Erbsen oder Steinchen? Dazu steckst du dir am Morgen 3 Teile in die linke oder rechte Hosentasche und gehst etwas bewusster durch den Tag: jedes Mal, wenn du einen schönen Moment erlebst, wandert ein Teil in die andere Hosentasche. Am Ende des Tages sind die Teile immer gewandert, oder? Wenn man die „Messlatte“ niedrig hängt und einfach Kleinigkeiten wertschätzt, ist das einfach. Diese Übung tut total gut, finde ich – sie ändert den Fokus… Bei dieser Übung hat man allerdings nichts Nachvollziehbares, daher finde ich das Aufschreiben am Abend noch einen Tick wertvoller…

Kennst du solche Übungen auch? Hilft dir so was?

Ich wünsche dir für das kommende Jahr viele kleine schöne Momente, die dir Kraft geben, die schweren, dunklen, traurigen Momente aufzuwiegen oder zumindest tragbar zu machen ♥

Darf ich bitte trotzdem Witwe sein? …weiterführende Gedanken

Darf ich bitte trotzdem Witwe sein? …weiterführende Gedanken

Wịt·we     І      Substantiv [die]      І      Frau, deren Ehemann gestorben ist.

…da war es wieder… Dieses Unsichtbar-Gefühl… Ich dachte, das hätte ich hinter mir gelassen…

Ich hatte mit dem Beitrag „Darf ich bitte trotzdem Witwe sein?“ an Silkes Blog-Aktion „Alle reden über Trauer“ teilgenommen – damals noch ohne eigenen Blog.

Heute ist der Tag, an dem noch ein paar zusätzliche Gedanken formuliert werden wollen…
Heute ist der Tag, an dem wir meine Schwiegermutter zu Grab getragen haben…
Heute ist der Tag, an dem ich stur weiter von meiner Schwiegermutter schreibe, denn was wäre sie denn sonst? Was wäre ich denn sonst in ihrem Leben?

Trauerfeier…
Ich sitze da und höre seiner Rede zu… Mit jedem Satz werde ich wütender… Die Person, von der der Pastor da erzählt… ich kenne sie nicht… Ahne nur, um wen es hier geht – es steht ja vorne ein großes Foto…

Der Pastor kann nur das erzählen, was er von den Verwandten erzählt bekommt, denn er kannte die Verstorbene gar nicht persönlich…

Ich habe sie nur eine kleine Weile ihres langen Lebens begleitet – aber in der Zeit hat sie mir viel erzählt aus diesem Leben bevor wir uns kannten… Lange, verplauderte Nachmittage im Garten, wo SchwieVa eine Story nach der anderen erzählte und sich mit SchwieMu kabbelte, wer an welcher Stelle die richtigere Version kennt (du kennst sicher diesen schmalen Grat, wo man kurz vorm Augenverdrehen ist, Fluchtgedanken unterdrückt, weil man eigentlich keine Geschichten von früher mehr ertragen kann und andererseits so fasziniert davon ist, was die „Alten“ erzählen…)… Solche „weißt du noch…?“ Momente… Andreas, der mir Geschichten aus seinem Familienleben anvertraut – Schönes… Befremdliches… Wunderbares… Erschreckendes…..
Ein Leben voller Höhen und Tiefen…

Weichgespült

Nichts von diesem facettenreichen Leben wird vermittelt… Eine weichgespülte Version dieses Lebens war wohl alles, was die lieben Verwandten aushalten konnten……?

Weichgespült bedeutet auch: es gibt mich nicht… Kein Wort…
„Liebe Geschwister, liebe Nichte… Freunde… Bekannte… Nachbarn…“
ÄH?!? Tja, dann ordne ich mich mal unter „Sonstiges“ ein – das gibt’s doch immer, oder?

Okay, den Schmerz habe ich schon zu früherer Zeit ausgehalten… Das ist nicht neu und somit kann ich fast lächeln über diese Ignoranz…
Was aber neu für mich ist: mein Sohn ist genauso aus diesem Leben gelöscht wie ich. Hey, das geht mal gar nicht… Das könnt ihr nicht bringen… Die Zwei waren einander so wichtig, so nah… Das ist nicht fair!
DOCH, sie können… Mir zerreisst es das Herz, dass nicht einmal der geliebte (Stief-) Enkel erwähnt wird.

Und dann hilft wirklich nur noch atmen und aushalten… Und neben mich schauen: da sitzt dieser tolle Kerl! Er ist da! Er war und ist wichtig!
Wen interessiert denn, was der da vorne textet anhand von Vorgaben, auf die er nur wenig Einfluss hat…? Wen interessiert, was die liebe Verwandtschaft von uns denkt? Wen interessiert, was da für wilde Geschichten kursiert haben mögen? Scheiß drauf!

ES. IST. WAHR.

Es gab diese Verbindung… Da war ganz viel Liebe… Und wenn ich es zulasse (und das werde ich!), dann IST sie da – und bleibt.

SO!

Was braucht es…?

Ich lerne immer wieder Trauernde kennen, die nicht mit dem verstorbenen Partner verheiratet waren. Es schmerzt mich jedes Mal erneut, dass auch sie durch den gleichen dicken Nebel tappen müssen wie ich… Ohne Trauschein keine Rechte…

Diese kräftezehrenden Kämpfe darum, gesehen zu werden.

Dabei sieht man doch liebende Menschen… Ob die nun verheiratet waren oder nicht… Ein Trauschein macht doch keine Liebe? Macht ein Trauschein verantwortungsvoller? So ein Quatsch… Entweder ist da eine Herzensverbundenheit oder eben nicht.

Gut, es gibt diese rechtlichen Dinge, die geregelt sein wollen. Und so lange es eben nur die Ehe ist, die rechtliche Ansprüche regelt, muss man sich damit arrangieren.

Nur kann es doch wenigstens aus den Köpfen und vor allem aus den Herzen verschwinden, dass diese Lebenspartner und anderen nicht Blutsverwandten irgendwie nicht dazu gehören.
Holt sie in eure Mitte, akzeptiert ihre wichtige Rolle in der Familie – hier geht es um Herzensbindung!

Es gibt sogar ein Wandtattoo – also muss es wahr sein ;0)

29780_Familie_Wort
gefunden im Netz: https://wandtattoo.land/wandtattoos_familie.html

Dieser Begriff „Familie“ hat eben viele Facetten – wie das Leben…

„Eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig lieben und unterstützen, in guten und in schlechten Zeiten“
…es wäre schön, täte so gut, wenn die Liebe das wäre, was zählt und alle Liebenden einfach dazu gehören könnten. Einfach so…

Ich bin froh und glücklich, dass ich anderweitig Halt in meinem Leben habe. Tolle Blutsverwandte und tolle Seelenverwandte, Herzensmenschen.
DANKE an euch da draußen, die mich akzeptieren und lieben wie ich bin ohne nach einem Berechtigungsnachweis zu fragen – ihr seid FAMILIE ♥

 

Wịt·we     І      Substantiv [die]      І      Frau, deren Lebenspartner gestorben ist

…und die trotzdem Familie bleibt!

Feel you in my heart…

Feel you in my heart…

Mit diesem Bild hier schicke ich dir, liebe Leserin und lieber Leser, herzliche Grüße – und meinen Lieblingsweihnachtsspruch:

„Maybe I can’t see you – but in the silent night I feel you in my heart…
And know everything will be alright.“

Ich wünsche dir, dass du besonders heute spürst, dass dein geliebter Mensch bei dir ist – in deinem Herzen… Als Stern… Wie auch immer… Und dir beisteht… Ich wünsche dir, dass du die Feiertage gut verbringst. Ruhig oder laut, traurig oder fröhlich, in Gesellschaft oder alleine… Alles darf, nichts muss… Höre auf dein Herz, was dir gut tut ♥

still-here
Quelle: Princess Sassypants