Begegnung

Begegnung

Uffz… Ich finde, die letzten Tage waren extrem intensiv.

Ist es ganz platt nur die Zeitumstellung? Der Wechsel von Oktober zu November? Der zunehmende Mond? Der sich nähernde 3. Todestag?
…oder ist es tatsächlich so, dass die Schleier zwischen den Welten zu Samhain dünner werden?

Wie auch immer: es ist, wie es ist. Ich empfinde es so, als wären die Schleier dünner und ich habe den Eindruck, dass viele nicht greifbare Kräfte auf mich einwirken… Schön und anstrengend zugleich…

Im Chat mit der Trauercommunity (liebe Grüße ♥) wurde Samhain als „Besuchszeit“ betitelt.  Das fand ich besonders schön.
Wenn sich die Wahrnehmung also verändert und-oder die Grenzen verschwimmen, könnte man vielleicht leichter in Kontakt mit den schmerzlich Vermissten kommen…

Naja, bei mir schaltete sich dann mein Verstand (oder was immer das auch ist) ein und nörgelt „Quatsch! Was für ein Tüdelüt! Gibt’s doch gar nicht…“
Aber… was soll ich sagen…

Doch!

Der 31. Oktober war hier im Norden kein Tag, an dem man zwingend das Haus verlassen muss. Grau und ungemütlich. Wie herrlich, dass es in diesem Jahr ein Feiertag war – das habe ich sehr genossen. Gemütlich frühstücken, dann lesen, Kaffeetrinken, lesen… Und ein Mittagsschläfchen (weil man ja am Vormittag schon soooo viel getan hat ;0)

Mein Mittagsschlaf war aber eher seltsam… Ich bin tatsächlich weggedriftet und war halb wach und halb nicht… Dabei habe ich geträumt… oder so…
Ich weiß nicht mehr genau, was ich träumte, aber ich weiß genau, dass Andreas darin vorkam und mit mir gesprochen hat…

Das war soooooooooooooo schön ♥

Nach einer Weile bin ich wieder wach geworden – ganz verwirrt… In meinem Kopf, in meinem Herzen, irgendwie überall hatte ich diese Worte:

„Ja, ich musste sterben – aber dass ich hier bei dir sein durfte…
…Das war es wert!“
(Andreas?)

Ein ganz abgefahrenes Erlebnis irgendwie. Vielleicht denkst du nun, ich spinne – keine Bange, da bist du nicht alleine: Das habe ich auch gedacht ;0)

Aber nachdem Kopf und Herz nicht aufhören konnten, zu diskutieren, habe ich einfach beschlossen, diese Worte als Geschenk anzunehmen.
Man muss nicht immer und alles erklären können, denke ich… Mit diesen geschenkten Worten fühle ich mich gestärkt und glücklich.

So habe ich Kraft für viele intensive Erlebnisse:

  • Ich habe überraschende, ganz offene Gespräche über Tod und Trauer geführt (danke!)
  • Ich bekomme so wunderbares Feedback zu meinem Schreiben hier (danke!)
  • Das Beschäftigen mit der #Löffelliste macht großen Spaß (am 11.11. ein Blogbeitrag von mir dazu im Rahmen der Totenhemd-Challenge)
  • Ich betreue nun im Team mit Silke Szymura das „Dein Tod und ich“ Projekt (so schön! Ich freue mich!)
  • …undundund

Wieder sind dies alles Themen, die ich so nicht auf meiner Agenda hätte, wenn Andreas nicht gestorben wäre. Das schmerzt ein wenig… Aber viel stärker spüre ich die Freude und Dankbarkeit, dass ich mich so entwickelt habe.

…dass ich so bin, wie ich bin…

…dass es so ist, wie es ist…

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Quelle: Pixabay

2 Gedanken zu “Begegnung

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