Eigentlich…

Eigentlich…

Eigentlich ist alles gut – Zustand: zufrieden und glücklich!

Uneigentlich spüre ich diese Traurigkeit in mir… Oder ist es Sehnsucht? Sehnsucht nach dem, was einmal war…? Oder Vermissen? Ich weiß auch nicht… Es ist halt, wie es ist.

In meinem Kopf ist jedenfalls eine riesengroße 4…

Das vierte Mal… Schon der vierte Geburtstag, den wir nicht mit dir gemeinsam feiern können. Das will einfach nicht in meinen Kopf. Wie kann das sein? Wo ist die Zeit geblieben? (naja, einmal kurz in den Spiegel geblickt – da sind ausreichend Zeichen der Zeit, die diese Zeitspanne bestätigen ;0)

Trotzdem stolpere ich immer und immer wieder über diese Fassungslosigkeit. So viel Zeit ist vergangen – ohne dich. Irgendwann in naher Zukunft werde ich mehr Zeit „nach dir“ verbracht haben als „mit dir“.
Das macht mich irgendwie traurig.

Nur: was ist eigentlich „Zeit“ in diesem Zusammenhang? Ist nicht viel bedeutungsvoller die Intensität, die Nähe, die man verspürt oder verspürt hat?

Weitergehen…

Schwierig zu fassen ist eher das Gefühl, dass man „so lange schon“ doch weitergehen konnte. Und das auch noch so erfüllt, glücklich und aufregend. Wie geht das?!? Dachte ich doch nach Andreas‘ Tod, dass mein Leben – wenn überhaupt – nur dunkel und schwer weitergehen kann…
Schmerzhaft erinnere ich mich an diese Sprüche nach dem Motto „ach, das wird schon wieder“ – wie oberätzend war es, das in tiefster Trauer zu hören. Auch wenn man jetzt wo es mir gut geht meinen könnte, dass an diesem schlauen Spruch doch etwas Wahres ist – ich empfinde das nicht so. Nein, es wird nicht wieder! Es wird anders, ja! Und es wird auch wieder gut und schön, ja! Aber es macht den Tod nicht weniger schwer und es schmälert auch nicht die Gefühle… Und vor allem wird es nie mehr, wie es war.

In den letzten Tagen läuft im Radio ständig U2… Ja, es ist sicher eine Laune der Radiomoderatoren, was sie auf die Playlist setzen und sicher auch stimmungsabhängig, ob und wie man das überhaupt wahrnimmt – aber gleich morgens zum Frühstück ist das irgendwie wie ein Boxhieb in den Magen.
Von meinen selbst erstellten Playlists habe ich U2 jedenfalls (vorerst) verbannt.

Beim Grübeln hatte ich zuerst das Gefühl, dass mich diese Schwere zurück in die Vergangenheit zieht… Geht es mir jetzt so schlecht wie früher?
Und dass sie gleichzeitig große Fragezeichen an die Zukunft malt… Muss ich immer und immer und immer wieder durch diese Schwere stapfen?
Aber: nein! Diese Schwere ist hier und gerade jetzt und hat wieder eine Aufgabe für mich mitgebracht: Annehmen, was da ist. Erneut.
Und akzeptieren, wie ich nun mal bin. Mit allen Facetten. Leicht und schwer zugleich.

Kraft tanken

Im Wald am Meer, da fühle ich mich dir – mir – uns nah. Dort die Ruhe unter den Buchenblättern genießen, dem Vogelgezwitscher und Blätterrascheln lauschen, das Meer rauschen hören… Einfach sein und atmen. So wohltuend!
Ja, ich werde auch einen Baum umarmen und Kraft tanken. Und an meinem Lieblingsplatz sitzen und auf die Ostsee hinaus schauen… Und (mindestens) die Füße ins Wasser stecken. Ich freue mich drauf!

Es ist herrlichstes Wetter, die Sonne lacht. Für dich zum Geburtstag!

Du fehlst…

Herzlichen Glückwunsch ♥

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Quelle: Pixabay

7 Gedanken zu “Eigentlich…

  1. 18 Tage, dann muss ich nur den Namen austauschen…alles ist so und auch die 4 stimmt. Ich hoffe du hast den Tag gut geschafft mit allem was ist. Alles Liebe Astrid

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    1. Liebe Astrid,

      ich hatte gestern einen wunderbaren Tag. Es war genau richtig, in den Ruheforst zu fahren – das ist für mich ein Kraftort. Einmal dort angekommen, ging es mir direkt gut. Ich habe die Zeit für mich genossen und aufgetankt…
      Anschließend hatte ich eine tolle Einladung zum Kaffee unterm Apfelbaum mit leckerem Kuchen und guten Gesprächen…
      Ein gelungener Tag, nach dem ich gestärkt weitergehen kann…

      Ich wünsche dir, dass auch du gut annehmen kannst, was da ist. Dafür braucht es Kraft und Mut – schau bzw. erspüre, was du brauchst, was dir gut tut.
      Du schaffst das!

      Alles Liebe,
      Anja

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      1. Schön, dass es doch ein guter Tag für dich war. Wir schaffen das…soll bloss keiner sagen „Irgendwann bist du drüber weg“ Bei mir ist es der Friedwald, immer noch eine gute Entscheidung. Natur tut gut in jeder Form…und die richtigen Menschen.

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  2. Liebe Anja,
    was freue ich mich immer, wenn mir mein Emailordner anzeigt, dass er wieder einen schönen Beitrag von dir bereit hält.
    Und weiter freue ich mich wieder über den Zufall. Dass eine Gedanken so mit meinen derzeit übereinstimmen. Der 6.Geburtstag stünde bevor.
    Wo ist die Zeit hin – das frage ich mich auch immer wieder. Genau, wie du sagst. Einerseits sind bei mir die drei Jahre so schnell verflogen, dass ich sage „Was SCHON drei Jahre?“.Drei Jahre schon ohne meinen Sohn. Und doch fühlten sich die drei Jahre zwischendrin so zäh, so Kaugummi an. Vor allem, wenn die Trauer mal wieder stärker war und mich „entmachtet“ hat.
    Doch diese Ambivalenz, wie du sie beschreibst, dass auch viel viel Gutes im Leben ist, zeitgleich zu dem Schmerz, der da immer mal wieder aufflackert. Momentan ist er wieder stark, doch ich gebe ihm den Raum. Denn aus einer Zeit des „Funktionierens“ flackern nun viele Bilder auf, die bearbeitet werden wollen.
    Danke für deine schöne Zeilen. Sie geben mir wirklich immer wieder Mut für meinen Weg mit der Trauer um meinen kleinen Mann.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Kraft auf deinem ehrlichen Weg. ❤

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    1. Liebe Bianka,

      wie wunderbar, von dir zu lesen – und wie ich sehe: nun auch auf eigenem Blog?!? Herzlichen Glückwunsch! Ich lese gerne einmal vorbei!

      Wow, der 6. Geburstag steht schon an?! Das ist kaum fassbar, oder? Du bist dann ja gerade an dieser „kippeligen“ Grenze. 3 Jahre mit, 3 Jahre ohne ihn… Und doch: eigentlich ist der Zeitraum egal, der Schmerz und zugleich die schönen Erinnerungen sind einfach präsent, oder? Sie kommen zu Besuch – manchmal auch beide gleichzeitig. Das ist sooo anstrengend…
      Ich freue mich sehr, dass meine Zeilen dir Mut machen – ich wünsche dir, dass sie dich vielleicht sogar ein klein wenig stärken, um deinen Weg mutig weiterzugehen.
      Lass dir von deiner Trauer ruhig einmal die „Macht“ entziehen – ich finde, du musst nicht immer alles in der Hand haben… Manchmal ist es einfach kraftsparender, sich treiben zu lassen. Sie flüstert außerdem immer wieder wertvolle Gedanken, die sonst vom Alltagstrubel übertönt werden…

      Sei herzlich zurückgegrüßt!
      Anja

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