Rezension-im-Doppel: „Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ von Sabine Dinkel

Rezension-im-Doppel: „Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ von Sabine Dinkel

Huch?! Was ist denn nun? Ein Buch, das nicht von Trauer handelt auf einem Trauerblog?

Ohja!

Hier mache ich von Herzen gerne eine Ausnahme – bzw. vielleicht ist es auch gar keine…? Wenn man wie Sabine Dinkel so eine Hammer-Diagnose bekommt, trauert man ganz sicher auch um sein bisheriges Leben: Abschied und Traurigkeit von allem was bisher recht selbstverständlich war.

Ich gebe zu, ich bin schwer beeindruckt von Sabine! Ich liebe ihren Humor, mit dem sie dem Krebs ins Gesicht lacht (und mit dessen Hilfe sie selbst in ihren Tiefs Lächeln in den Gesichtern ihrer Lesenden verteilt)… Sie geht mit ihrer Erkrankung krass offensiv um – und ich finde das großartig und inspirierend!
Ja, es holt so ein schweres Thema *zack* mitten in das eigene, doch ganz bequeme Leben und macht es irgendwie unbequem… Aber wie auch beim Thema Trauer und Tod finde ich es gesund, die Dinge beim Namen zu nennen und „laut“ darüber zu kommunizieren.

Ich erinnere mich an einen Fernsehbeitrag über Sabine in Begleitung mit der Sterbeamme Claudia Cardinal „Sterben gehört zum Leben dazu“. Ich heule mit ihr mit, wenn sie nicht sicher ist, ob es sich noch lohnt, sich etwas Schönes zu kaufen und möchte am liebsten schreien:

JA, TU ES! Du hast es sowas von verdient!

…und was sie noch verdient hat: meine Hochachtung, indem sie mit ihren Büchern und insbesondere mit ihrer „Arschbombe“ anderen Mut macht – und Sichtbarkeit schafft.

Danke ♥

Ursprünglich stand hier eine weitere Rezension – jedoch hat sich für die Rezensionistin (gibt es dieses Wort? Jetzt ja ;0) die Welt weitergedreht und das in der Form, dass sie sich vom Trauerfokus lösen möchte. Sie bat mich daher um Löschung. Ich lasse diesen Hinweis dennoch stehen, denn die Überschrift weist ja auf eine Rezension im Doppel hin…

  1. Rezension Anja
  2. keine Rezension *lach* (Update 24.08.2025: Die Verfasserin bat mich, ihre Rezension zu löschen, da sie ihren Blog nicht mehr fortführt – das berücksichtige ich natürlich und habe ihren Text entfernt)

Wir hatten beide je ein Exemplar der „Arschbombe“ vom Verlag gemäß den Regeln des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erhalten (darauf haben wir hiermit ordnungsgemäß hingewiesen ;0)

Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens
Comic-Tagebuch einer Krebserkrankung
ISBN 978-3-947815-77-7

…kennst du das Buch bereits? Wie gefällt es dir? Jede positive Bewertung ist #glückspeng für Sabine – her damit ;0)


Buch zum Thema Krebs / Trauer

1. Rezension Anja

Okay, vorneweg muss ich zugeben: ich habe mehr Bilder erwartet… Von wegen Comic und so *lach*
Aber im Nachhinein: wie herrlich und wunderbar, dass Sabine so „viele“ Worte in diesem Buch verliert. Ich liebe nämlich ihre Art zu schreiben und hatte daher sehr großen Spaß beim Lesen.

Sabine Dinkel lebt mit der Diagnose Eierstockkrebs – von ihr Schnieptröte genannt. Für viele dieser befremdlichen Facharztbegriffe, die mit dem Krebs in den eigenen Wortschatz gelangen, erfindet Sabine einfach neue. Das ist erst etwas ungewohnt und ich hatte ehrlich gesagt ein paar „Berührungsbefindlichkeiten“… Nach der Gewöhnung kommt aber die Erkenntnis für mich: so setzt Sabine diesen erschreckenden, etwas (sehr?!) angsteinflößenden Begriffen einfach sowas wie eine rote Clownsnase auf: Zack. Ällerbätsch!

Dieser humorvolle Umgang mit ihrer Erkrankung macht das Thema im Buch nicht oberflächlich oder überspielt gar den leidvollen Behandlungsweg – ich habe während des Lesens geschluckt, mit Tränen gekämpft (ja, auch welche vergossen!) und habe immer mitgefühlt und gebibbert.

Die Zeichnungen im Buch sind herzig, liebevoll und authentisch. Mein Lieblingsbild?! Gibt es nicht… Doch, Moment: Die Fatigue!
Eine komplett abstrakte und fast unbeschreibliche Nebenwirkung der Therapie zu vermenschlichen verschafft mir als Außenstehende eine Idee, was sie bedeuten kann. Großartig!

Wie sehr wünsche ich mir, dass dieses Buch nicht nur Krebserkrankten Mut macht und viele Sonnenstrahlen in Form von Lächeln schenkt – möge es doch seinen Weg finden zu den Behandelnden(!!!) und den unsicheren Zugehörigen. Ich glaube, mit diesem Buch darf es leichter werden, mit Erkrankten umzugehen.

Ja, ich gestehe: Sabine ist mir ein wenig unheimlich! Sie bringt mich dazu, dass ich mich (komplett freiwillig!) mit dem unbequemen Thema Krebs beschäftige und erlaube, dass es in meinem Leben Platz bekommt, obwohl ich nicht direkt davon betroffen bin.
Und dann finde ich diese toughe, offensive Frau auch noch so herzig und liebenswert, dass es mir vorkommt, als könnten wir einfach Freundinnen sein ohne uns weiter zu kennen. Ich habe ihr also einfach mal so eine Mutmach-Postkarte geschrieben. Und was soll ich sagen: sie hat sich persönlich bei mir bedankt! Wie sie das macht, dass sie Postkarten mit Facebookbekanntschaften verknüpft? Woher sie die Kraft dafür nimmt? Keine Ahnung… Unheimlich… Unheimlich süß!

Danke für dich, liebe Sabine ♥


2. Rezension – am 24.08.2025 auf Wunsch entfernt)

4 Gedanken zu “Rezension-im-Doppel: „Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens“ von Sabine Dinkel

  1. Ach, ist das schön! Das ist ja ein echtes Mega-Doppel-Glückspeng!
    Ich freue mich sehr darüber. Ganz herzlichen Dank dafür! Hach!

    Herzlichst
    Sabine (gerade wieder mit der ollen Fatique im Schlepptau) ;o)

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    1. Danke für deinen Mut, deine Offenheit und überhaupt…!

      Ich habe vor ein paar Tagen eine Postkarte bekommen, über die ich mich von Herzen gefreut habe… Die würde auch zu dir passen:
      „Du bist ein Geschenk für die Welt“

      Kuschel dich mit deinen Hundies und auch mit der ollen Fatigue ein und fühl dich umarmt, wenn du magst…

      Herzlich,
      Anja

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Anja,

    wie cool, danke! :=)))

    Das hast du richtig schön gemacht. Und für Sabine ein schönes Weihnachtsgeschenk auch noch.

    Danke dir!

    Liebe Grüße

    Dita

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